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CrefoINFO - Der Mittelstand und die Digitalisierung

Im Zusammenhang mit der neuen Welle der Digitalisierung, die mit dem Kürzel 4.0 durch die Wirtschaft läuft, ist die Creditreform Wirtschaftsforschung der Frage nachgegangen, wie der Mittelstand sich dieser Herausforderung, die meist nur im Zusammenhang mit der (Groß-)Industrie diskutiert wird, stellt. Wie "digital" also ist der deutsche Mittelstand?

Hierbei ist zu unterscheiden - einerseits in die Infrastruktur, sprich die Verfügbarkeit von schnellem Internet und IT-Technik und andererseits in die digitale Transformation in den Unternehmen selbst sowie das entsprechende vorgehaltene IT-Dienstleistungsumfeld. Dabei soll im Fokus stehen, ob und wie die mittelständischen Unternehmen bereits digitale Technologien nutzen und in welchen Bereichen diese typischerweise eingesetzt werden. Schließlich wird die Frage gestellt, welche Chancen und Herausforderungen der Mittelstand mit dem digitalen Wandel der Wirtschaft verbindet.

Es hapert bei der Infrastruktur

Zunächst zeigt sich im Bereich der Internetinfrastruktur durchaus Nachholbedarf - auch bei Bund und Ländern. Erst gut die Hälfte der befragten Unternehmen (52,3 Prozent) bewertet die aktuelle Internetanbindung als ausreichend schnell. Ein weiteres Viertel (26,0 Prozent) sagt, dass die Bandbreite für neue Anwendungen schneller sein müsste und jeder fünfte Befragte (20,3 Prozent) schätzte den Internetzugang generell als zu langsam ein. In Berlin und Hamburg wird der aktuelle Internetzugang meist als ausreichend schnell bewertet. In ländlichen Regionen fällt das Urteil der Mittelständler dagegen schlechter aus - da ist besonders für künftige Anwendungen noch Luft nach oben.

Das Internet ist für geschäftliche Prozesse im Mittelstand schon jetzt nicht mehr wegzudenken. Die befragten Unternehmen nutzen es vorrangig für das Online-Banking (92,5 Prozent), zur Kommunikation mit Geschäftspartnern und Kunden (89,3 Prozent der Befragten) sowie zur öffentlichkeitswirksamen Präsentation der Firma (85,3 Prozent).

Kommunikation und Einkauf

Jeder zweite Befragte (54,8 Prozent) verwendet das Internet zur unternehmensinternen Kommunikation der Mitarbeiter - bei größeren Unternehmen aus dem Mittelstand ist der Anteil noch höher. Ebenfalls gut die Hälfte (55,2 Prozent) setzt zur Auftragsakquise das Internet ein. Hierbei gibt es allerdings je nach Branche Unterschiede in der Verbreitung. Führend ist in dieser Hinsicht der Handel (vor allem der Großhandel), gefolgt vom Dienstleistungsgewerbe, wogegen das Baugewerbe Auftragsakquise meist noch traditionell betreibt. Zum Wareneinkauf ist das Internet im Mittelstand bereits Alltag. So haben 78,3 Prozent der Unternehmen angegeben, für Bestellungen von Material etc. das Internet zu nutzen. Vorn liegt hierbei das Verarbeitende Gewerbe, knapp gefolgt vom Handel. Zum Absatz von Produkten und Dienstleistungen, zum Beispiel über einen Webshop, wird das Internet dagegen weniger häufig eingesetzt (24,6 Prozent der Befragten). Im Handel ist aber bereits jeder Zweite (49,4 Prozent) "online", im Baugewerbe sind es verständlicherweise nur sehr wenige.

Die bekannten Internetplattformen finden im Mittelstand keine größere Verwendung. Knapp jeder Achte (11,7 Prozent) bietet seine Leistungen und Produkte darüber an, zumeist aber nicht hauptsächlich. Weiterhin nutzen die Mittelständler das Internet zur Fachkräftegewinnung (34,9 Prozent) und zur Datensicherung (33,9 Prozent). In größeren Unternehmen ist die Online-Personalakquise bereits sehr weit verbreitet.

Mobil begleitet

Und welche Geräte kommen zum Einsatz? Die verfügbare IT-Technik in den mittelständischen Unternehmen ist geprägt von stationären PCs (96,3 Prozent der Befragten) und mobilen Endgeräten wie Smartphone oder Tablet (86,5 Prozent). Über computergesteuerte Maschinen wie beispielsweise CNC-Maschinen verfügen bereits 12,8 Prozent der Befragten, wobei die Verbreitung in den Bereichen des produzierenden Gewerbes noch deutlich höher ist (36,1 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe) sowie tendenziell auch bei größeren Mittelständlern. Neuere Tech-nologien am Beispiel eines 3D-Druckers werden derzeit noch selten genutzt - im gesamten Mittelstand von 3,7 Prozent der Befragten, im Verarbeitenden Gewerbe von immerhin 8,0 Prozent. Etwa jedes zehnte befragte Unternehmen verfügt über sonstige elektronische Geräte.

Den Kleinen fehlt der Glaube

Chancen und Risiken der Digitalisierung sind gerade für kleinere Betriebe genau abzuwägen. Die Chancen der digitalen Transformation werden vom Mittelstand vergleichsweise stark betont. Fast jeder zweite Befragte (47,8 Prozent) erwartet für sein Unternehmen neue Geschäftsmodelle und die Erschließung neuer Märkte. Hierbei ist es wiederum der Handel, der am optimistischsten ist (62,5 Prozent der Befragten). Auch als Treibstoff und Chance für mehr Kundenfreundlichkeit (41,3 Prozent) und Kosteneinsparungen (38,7 Prozent) sehen viele Mittelständler die Digitalisierung. Personaleinsparungen erwartet jeder achte Befragte (12,7 Prozent). Etwa jeder Sechste (17,3 Prozent) glaubt, dass mit der Digitalisierung keinerlei Chancen für sein Unternehmen verbunden sind. Das sind meist kleinere Betriebe mit weniger als 20 Beschäftigten.

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