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CrefoINFO - Insolvenzen gehören zur Marktwirtschaft

Wie staatliche Einflussnahme die Zahl der Insolvenzen verändern kann, zeigen die Beispiele der Türkei und Russlands. Die positive Entwicklung 2016 bei den Insolvenzen kaschiert die tatsächlichen Verhältnisse.

Beide Länder leben in einer "Präsidialherrschaft", die es Erdogan und Putin ermöglicht, direkt in die Wirtschaft und die Stabilität der Unternehmen einzugreifen.

Hohe private Überschuldung

In der Türkei gingen 2016 deutlich weniger Unternehmen in die Insolvenz als ein Jahr zuvor. Nachdem 2015 noch 13.701 Fälle gemeldet wurden, war es 2016 fast ein Fünftel weniger (11.038 Unternehmensinsolvenzen). Dabei hatte sich das Wirtschaftswachstum im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr auf knapp unter drei Prozent abgeschwächt. Das war nur noch halb so viel wie in den Vorjahren. Da der Konsum die Konjunktur dank staatlicher Förderung stützte, konnte angesichts der teilweise starken politischen Unsicherheiten (Putschversuch im Juli 2016) ein stärkerer Einbruch vermieden werden. Entsprechend positiv entwickelte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen, die vor allem im Bausektor eine deutliche Entspannung aufwiesen. Dazu schreibt das Auswärtige Amt: "Sorge bereitet ebenfalls die im internationalen Vergleich auf sehr niedrigem Niveau stagnierende Sparquote (2015: 14 Prozent des BIP) bei gleichzeitiger Überschuldung einer zunehmenden Anzahl von Privathaushalten und Unternehmen. Durch die Förderung von Spareinlagen im privaten Rentenversicherungssystem soll hier eine Besserung erzielt werden."

Die Türkei wickelt rund vierzig Prozent ihres Außenhandels mit den Staaten der EU ab. Auch der hohe Anteil des Tourismus am BIP ist durch den Konfrontationskurs mit der EU gefährdet, was potentiell das Insolvenzaufkommen in diesem Sektor erhöht.

Dann ändern wir das Insolvenzrecht

Um 14,5 Prozent verringerte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Russland. 2015 wurden noch 14.624 Fälle registriert, 2016 waren es 12.500. Ein Grund für die Entspannung waren auch die Änderungen im Insolvenzrecht. Seit Ende 2015 können unter bestimmten Bedingungen auch Selbstständige eine Privatinsolvenz anstreben. Das dürfte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen tendenziell verringert und die Zahl der Privatinsolvenzen erhöht haben. Gleichzeitig ist eine steigende Zahl an Firmenliquidationen außerhalb der Insolvenz festzustellen. Darin wird die weiter schleppende konjunkturelle Entwicklung deutlich. 2016 stagnierte die Wirtschaft, nachdem es im Jahr zuvor zu einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes kam. Vor allem der private Konsum steckt aber weiterhin in der Krise. Ein Blick auf das Insolvenzgeschehen in den Wirtschaftsbereichen zeigt eine weiter angespannte Lage im Bausektor sowie im Kfz-Handel.

Militärisch und ökonomisch bedroht

Einen unverfälschten Spiegel der schwierigen aktuellen Situation zeigt das Insolvenzgeschehen in der Ukraine mit einen markanten Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. Die anhaltend schwere und tiefe Rezession der letzten Jahre zeigt hierbei mit voller Wucht ihre Auswirkungen. 2015 beispielsweise brach das Bruttoinlandsprodukt um rund 10 Prozent ein. 2016 ist dieser Fall zunächst gestoppt. Die Wirtschaft hat sich leicht erholt, ist aber weiter sehr anfällig. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erhöhte sich von 13.696 (2015) auf 19.853 Fälle in 2016 (plus 45,0 Prozent).

Den ausführlichen Bericht zum Thema lesen Sie hier: Analyse "Unternehmensinsolvenzen in Europa, Jahr 2016/2017"

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