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Wirtschaftslage Mittelstand in Österreich, Herbst 2009

Konjunkturindikatoren auf Tiefstständen - Bau war der Jobmotor
Die knapp 1.800 befragten mittelständischen Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage mit merklich schlechteren Noten als im Vorjahr. Noch im Herbst 2008 hatten 58,7 Prozent der Unternehmen auf die Frage nach der aktuellen geschäftlichen Situation mit gut oder sehr gut geantwortet - in diesem Jahr sind es nur 37,4 Prozent. Gut ein Sechstel der Befragten (17,2 Prozent) vergibt diesmal die Noten mangelhaft oder ungenügend (Vorjahr: 8,0 Prozent). Der Saldo aus guten und schlechten Bewertungen notiert mit plus 20,2 Punkten (Vorjahr: plus 50,7 Punkte) aber im positiven Bereich.

Wilage Mit Oe, Herbst 2009, Abb1

Grafik I herunterladen: Wirtschaftslage Mittelstand in Österreich, Herbst 2009 (238,00 kByte)

Umsatzentwicklung: Eine Drittelgesellschaft

Die Umsatzergebnisse für den Mittelstand haben sich zwar merklich verschlechtert, allerdings konnte immerhin jedes dritte Unternehmen (32,3 Prozent; Vorjahr: 39,5 Prozent) den Umsatz ausweiten. Ein weiteres Drittel des Mittelstandes leidet unter Umsatzrückgängen (33,8 Prozent; Vorjahr: 19,3 Prozent).

Wilage Mit Oe, Herbst 2009, Abb2

Grafik II herunterladen: Wirtschaftslage Mittelstand in Österreich, Herbst 2009 (201,00 kByte)

Gut stellt sich die Umsatzlage momentan im Handel (39,0 Prozent der Unternehmen haben ein Umsatzplus) und im Bau (37,9 Prozent) dar. Dagegen leiden der industrielle Mittelstand (39,5 Prozent der Befragten haben ein Umsatzminus) und das Dienstleistungsgewerbe (36,8 Prozent) verstärkt unter der Wirtschaftskrise und verzeichnen einen hohen Anteil an Negativmeldungen zur Umsatzlage.

Personalabbau auch im Mittelstand - Bau ist der Jobmotor

Der Bau hat sich in den zurückliegenden sechs Monaten als Jobmotor des Mittelstandes erwiesen: 41,1 Prozent der Bauunternehmen (Vorjahr: 29,9 Prozent) haben ihren Personalbestand ausbauen können. Über den gesamten Mittelstand hinweg hat knapp ein Fünftel der Unternehmen (19,3 Prozent; Vorjahr: 30,6 Prozent) die Mitarbeiterzahl aufgestockt. Knapp ein Drittel (32,8 Prozent) musste sich von Mitarbeitern trennen, nachdem es im Jahr zuvor nur 14,7 Prozent waren. Den stärksten Personalabbau gab es im Dienstleistungssektor, wo fast die Hälfte der befragten Unternehmen (46,0 Prozent) Entlassungen vornahm. Im Verarbeitenden Gewerbe haben 35,5 Prozent der Betriebe Personal abgebaut (Vorjahr: 16,8 Prozent).

Erwartungen: Pessimisten in der Überzahl
Bei ihren Umsatzerwartungen haben die Pessimisten unter den Mittelständlern erstmals die Oberhand gewonnen: Drei von zehn Unternehmen (30,1 Prozent; Vorjahr: 19,2 Prozent) rechnen für das kommende halbe Jahr mit einem Umsatzrückgang. Gleichzeitig ist der Anteil der Optimisten, die ein Umsatzplus erwarten, von 28,9 auf 18,2 Prozent zurückgegangen.

Auch die Ertragserwartungen im Mittelstand haben merklich nachgegeben. Nur noch 17,5 Prozent der Unternehmen sehen sich in der Lage, mehr Gewinne zu erwirtschaften, nachdem es im Herbst 2008 noch 30,7 Prozent waren. Ertragseinbußen befürchtet knapp jeder Zweite (46,1 Prozent; Vorjahr: 26,6 Prozent).

Investitionsbereitschaft mit Zehnjahrestief
Die schlechte Wirtschaftslage vieler Betriebe schlägt auf die Einstellungs- und Investitionsbereitschaft des Mittelstandes durch. Nur noch 9,0 Prozent der Unternehmen planen für das kommende halbe Jahr eine Personalaufstockung. Das sind 7,1 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. 29,0 Prozent (Vorjahr: 17,7 Prozent) rechnen hingegen damit, ihren Personalbestand verkleinern zu müssen. Der Großteil der Unternehmen (62,0 Prozent) will die Mitarbeiterzahl konstant halten.

Wilage Mit Oe, Herbst 2009, Abb3

Grafik III herunterladen: Wirtschaftslage Mittelstand in Österreich, Herbst 2009 (180,00 kByte)

Die Bereitschaft der mittelständischen Betriebe, Investitionen zu tätigen, hat sich deutlich verringert. Gaben im vergangenen Jahr 55,1 Prozent der Unternehmen an, innerhalb der kommenden sechs Monate Investitionen tätigen zu wollen, so sind es aktuell 48,7 Prozent. Am investitionsfreudigsten zeigen sich noch die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes (51,2 Prozent; Vorjahr: 59,6 Prozent) und des Dienstleistungssektors (50,7 Prozent; Vorjahr: 60,1 Prozent). In beiden Wirtschaftsbereichen sind aber merklich weniger Unternehmen zu Neuinvestitionen bereit als im Herbst 2008. Einen nur geringen Rückgang der Investitionsneigung - von 47,5 auf 44,6 Prozent - verzeichnet der Handel.

Wilage Mit Oe, Herbst 2009, Abb5

Grafik V herunterladen: Wirtschaftslage Mittelstand in Österreich, Herbst 2009 (197,00 kByte)

10-Prozent-Anstieg der Konkurse - Mittelstand von Kundeninsolvenzen betroffen

Die Wirtschaftskrise fordert ihren Tribut: Die Unternehmensinsolvenzen sind in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres um gut 10 Prozent auf 5.291 Fälle gestiegen (Vorjahr: 4.805). Diese Negativentwicklung spüren auch die mittelständischen Unternehmen: Sieben von zehn (68,4 Prozent) waren in den letzten zwölf Monaten von der Pleite mindestens eines Kunden betroffen - 22 Prozent davon mussten sogar zusehen, wie mehr als drei Kunden in die Insolvenz rutschten.

Wilage Mit Oe, Herbst 2009, Abb6

Grafik VI herunterladen: Wirtschaftslage Mittelstand in Österreich, Herbst 2009 (183,00 kByte)

Schlechtere Noten als 2008 gibt es auch für die Zahlungsmoral der Kunden: 54,2 Prozent der Unternehmen melden den Geldeingang innerhalb von 30 Tagen nach Rechnungsstellung. Das sind 4,4 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Jeder Siebte (15,0 Prozent) musste sogar mehr als 60 Tage warten, bis der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nachkam.

Wilage Mit Oe, Herbst 2009, Abb4

Grafik IV herunterladen: Wirtschaftslage Mittelstand in Österreich, Herbst 2009 (240,00 kByte)

Zunehmend werden Leistungen gar nicht mehr bezahlt: Jedes zehnte Unternehmen (9,8 Prozent; Vorjahr: 8,1 Prozent) hat uneinbringliche Außenstände, die ein Prozent des Gesamtumsatzes übersteigen.

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