Verbesserung auf breiter Front
Alle Wirtschaftsbereiche des Mittelstandes votieren im Frühjahr 2006 mit besseren Noten als im Vorjahr. Angeführt wird das Feld guter Bewertungen vom Verarbeitenden Gewerbe: Waren es 2005 nur 22,6 Prozent der befragten Betriebe, die eine sehr gute und gute Note zur aktuellen Geschäftslage abgaben, so sind es im Frühjahr 2006 44,6 Prozent. Eine bemerkenswerte Entwicklung zeigt die Geschäftslage im Bausektor. Zwar ist die Anzahl guter Noten nicht einmal halb so hoch wie im Verarbeitenden Gewerbe - doch immerhin gelang es auch hier, diesen Anteil innerhalb eines Jahres zu verdoppeln (2005: 9,7 Prozent; 2006: 21,8 Prozent).
Es reicht noch nicht …
Die aktuelle Situation für den Arbeitsmarkt, die der Mittelstand aufzeigt, hat sich verbessert - gut ist sie noch nicht. 15,5 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe haben im letzten halben Jahr Mitarbeiter hinzugenommen (Vorjahr: 11,7 Prozent). Waren es im Vorjahr noch 28,7 Prozent der KMU, die eine Verringerung ihres Mitarbeiterstammes vorgenommen haben, so sind es im Frühjahr 2006 nur noch 20,1 Prozent. Was dennoch bleibt: ein negativer Saldo von 4,6 Prozent.
Umsätze: Es geht wieder was
Um mehr als zehn Prozentpunkte ist der Anteil der Optimisten gestiegen, die auf eine Umsatzsteigerung im nächsten halben Jahr setzen. Sinkende Umsätze befürchten 12,7 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen. Im Vorjahr war es noch mehr als ein Viertel der Befragten, die von rückläufigen Umsätzen ausgingen (27,6 Prozent). Die meisten Mittelständler in Deutschland setzen darauf, dass ihre Umsätze in Zukunft stabil bleiben (54,0 Prozent).
Erweiterungsinvestitionen stimmen hoffnungsvoll
Es sieht fast so aus, als würden Deutschlands Mittelständler ihre Finanzmittel für Investitionen von den erforderlichen Ersatzinvestitionen abziehen und den Erweiterungsinvestitionen zuleiten. Um 5,5 Prozentpunkte ist der Anteil der Mittelständler gesunken, die in nächster Zeit vor allem in den Ersatz ihrer Maschinen und Anlagen investieren (2005: 62,4 Prozent; 2006: 56,9 Prozent). Entsprechend um 5,7 Prozentpunkte liegt die Zunahme bei den KMU, die Erweiterungsinvestitionen auf ihre Agenda gesetzt haben (2005: 45,8 Prozent; 2006: 51,5 Prozent). Mit den Erweiterungsinvestitionen wird ein Signal des Optimismus für die Zukunft gesetzt.
Der Mittelstand gewinnt wieder
Zumindest bei den Erwartungen im Hinblick auf die Erträge sind Deutschlands kleine und mittlere Betriebe wieder in den schwarzen Zahlen. Der Saldo der Unternehmen, die annehmen, dass ihre Erträge steigen (27,0 Prozent), überwiegt die Zahl derer, die mit sinkenden Erträgen rechnen (21,4 Prozent). Noch vor einem Jahr war die Lage sehr viel düsterer: Nur 16,7 Prozent der Betriebe konnten sich 2005 zu der Hoffnung auf Ertragssteigerungen durchringen - 39,3 Prozent befürchteten sinkende Gewinne.
Ein wenig solider
Der Anteil der Betriebe mit zu geringer Eigenkapitalquote (bis 10 Prozent Eigenkapital) ist gesunken. Waren im Vorjahr noch 37,0 Prozent der mittelständischen Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote von unter 10 Prozent versehen, so sind es im Frühjahr 2006 nur noch 34,0 Prozent. Entsprechend weisen die kräftigeren Eigenkapitalquoten bis 30 und über 30 Prozent Zunahmen auf: Bis 30 Prozent Eigenkapitalquote sind es 1,2 Prozentpunkte, über 30 Prozent Eigenkapital verfügt ein Prozentpunkt mehr der Betriebe im Mittelstand.
Große Unternehmen optimistischer
Klein- oder Mikrobetriebe (bis 10 Mitarbeiter) hegen weniger optimistische Erwartungen im Hinblick auf ihre zukünftige Ertragslage als größere Mittelständler (mehr als 10 Mitarbeiter). Während die kleinen Betriebe nur zu 26,0 Prozent auf Ertragssteigerungen setzen, sehen 28,3 Prozent der größeren Betriebe für das nächste halbe Jahr einen Zuwachs beim Gewinn. Entsprechend verteilt sich der Pessimismus: Die kleinen Unternehmen fürchten zu 22,8 Prozent um ihre Gewinne, bei den größeren Mittelständlern sind es nur 20,3 Prozent.