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Startseite » Wirtschaftsanalysen » Wirtschaftslage Handwerk »Wirtschaftslage Handwerk, Frühjahr 2005 Wirtschaftslage im Handwerk: von der Erholung zur Stagnation
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| Osten | Westen | |
| Mehreinstellungen | 10,7% (15,7%) | 16,1% (13,4%) |
| Personalverkleinerungen | 40,0% (33,8%) | 33,1% (33,9%) |
Was die Ertragserwartungen anbelangt, sieht die Zukunft im Handwerk nicht sehr rosig aus: nur noch 17,2% hoffen auf steigende Erträge im nächsten halben Jahr, fast ein Drittel (32,9%) der Befragten befürchtet dagegen sinkende. Es dürften vor allem steigende Bezugspreise (Rohstoffe, Energie, Großhandelspreise) sein, welche die Erträge der Handwerksbetriebe in Zukunft weiter schmälern könnten.
Die Angaben zur zukünftigen Personalsituation haben sich hingegen hauchdünn verbessert: 0,3% mehr Betriebe als im Frühjahr 2004 wollen ihren Personalbestand vergrößern, und 0,1% weniger planen, sich von Mitarbeitern zu trennen.
Auch die Investitionsbereitschaft im Handwerk hat zugenommen. Die Zahl investitionswilliger Betriebe nahm im Jahresverlauf zu: im Spätwinter 2005 planen 44,4% der befragten Unternehmen, in den kommenden sechs Monaten Investitionen zu tätigen - vor einem Jahr waren es nur 39,7%. Leider überwiegen - wie das Schaubild zeigt - nach wie vor die unabdingbaren Ersatzinvestitionen (66,6%; Frühjahr 2004: 64,6%). Zu Erweiterungsinvestitionen sieht sich lediglich ein Drittel imstande (34,8%; Vorjahr: 34,3%).
Das Zahlungsverhalten sowohl der privaten Kunden des Handwerks als auch der Städte und Gemeinden hat sich verbessert, wenngleich private Auftraggeber immer noch deutlich schneller zahlen als öffentliche. 78,6% der privaten Kunden zahlen ihre Rechnung fristgerecht innerhalb eines Monats, nur 0,7% lassen sich mehr als 90 Tage Zeit. Von den öffentlichen Kunden des Handwerks begleichen 60% innerhalb von 30 Tagen ihre Rechnung, und 4,1% lassen sich mehr als drei Monate Zeit (= Rückgang von 0,3 Prozentpunkten).
Im Verhältnis zum Umsatz ist auch die Zahl der hohen Forderungsverluste rückläufig, und zwar um 2,6 Prozentpunkte. Während in 2004 nur 8,3% der Befragten keine Forderungsverluste zu verzeichnen hatten, waren es 2005 schon 10%.
Allerdings stieg die Zahl der Insolvenzen im Handwerk stärker an als im Unternehmensdurchschnitt in Deutschland. Im Jahr 2004 waren 4.600 Konkurse zu beklagen, 39.600 Unternehmen mussten den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Dadurch mussten 51,9% der befragten Handwerksunternehmen Forderungsverluste hinnehmen. Dieser Wert verringerte sich im Jahresverlauf geringfügig um 6,4 Prozentpunkte.
14,0% der befragten Handwerksbetriebe in Deutschland verfügen über eine solide Eigenkapitaldecke von mehr als 30% im Verhältnis zur Bilanzsumme - eine Steigerung von 2,2 Prozentpunkten im Jahresverlauf. Die Mehrheit der Betriebe ist nach wie vor nur unzureichend mit Eigenkapital ausgestattet. 39,2% verfügen über weniger als 10% haftendes Eigenkapital und sind damit unterkapitalisiert.
Seit mehr als einem Jahr ist die Handwerksreform nun in Kraft und erntete im Vorfeld einiges an Kritik. Die Creditreform Wirtschafts- und Konjunkturforschung wollte wissen, welche Erfahrungen die Betriebe bislang mit dem neuen Gesetz gemacht haben. 40,5% konnten keine Veränderung feststellen, 27,0% berichten von erhöhtem Konkurrenzdruck, 13,0% sind der Ansicht, dass die Qualität der Ausbildung unter der Handwerksnovelle leide, 8,9% haben von unzufriedenen Kunden gehört und 5,7% von Insolvenzen.
Die Akzeptanz der Handwerksnovelle erhöhte sich im Jahresverlauf. Während vor einem Jahr noch 72,0% das Gesetz ablehnten, sind es mittlerweile nur noch 65,5%.
Auch der Ausbildungspakt, den die Wirtschaft mit der Regierung für mehr Lehrstellen schloss, wird gemeinhin als Erfolg bezeichnet. Seit Geltung des Paktes stellten 2,3% der Befragten Auszubildende ein, 85,8% taten dies jedoch bereits vorher und immerhin 10,2% ist der Ausbildungspakt unbekannt. Der Eindruck, den die Lehrlinge hinterlassen, ist überwiegend positiv: 34,6% der befragten Handwerksbetriebe geben an, die Azubis würden interessierter an der Ausbildung sein. Nur 9,0% bemängeln eine schwache Qualifikation und 7,7% Desinteresse an der Ausbildung.
Trotz des Erfolges des Ausbildungspaktes sind 62,9% der Unternehmen der Auffassung, dass das Abkommen die bestehenden Arbeitsplatzprobleme nicht zu lösen vermag. Nur 16,9% sehen im Ausbildungspakt eine Chance für die Jugendlichen.
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