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Startseite » Wirtschaftsanalysen » ZEW Branchenreport »ZEW Branchenreport 02/2006

Dienstleister der Informationsgesellschaft: Konjunktureller Aufschwung setzt sich fort - Beschäftigung entwickelt sich weiter positiv

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Verband der Vereine Creditreform haben im Juni 2006 eine Konjunkturumfrage bei Dienstleistern der Informationsgesellschaft durchgeführt. Daran waren rund 800 Unternehmen beteiligt.

Der Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft setzt sich zusammen aus Informations- und Kommunikationstechnologie- (IKT) Dienstleistern (Unternehmen der Branchen EDV-Dienste und -Vermietung, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikationsdienste) und wissensintensiven Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung).

Die Ergebnisse im Überblick:

Nach einem positiven Jahresauftakt 2006 blicken die Dienstleister der Informationsgesellschaft optimistisch auf die zweite Jahreshälfte. Im Vergleich zum ersten Quartal legt der Stimmungsindikator für den Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft (ZEW-IDI) im zweiten Quartal 2006 um 6,3 Punkte zu und erreicht einen Wert von 69,6 Punkten.

Für den Anstieg ist vor allem der Teilindikator verantwortlich, der die Entwicklung der aktuellen Geschäftslage wiedergibt. Dieser Teilindikator steigt im Vergleich zum ersten Quartal 2006 um mehr als 10 Punkte auf 65,1 Punkte.

Die gute Stimmung bei den Unternehmen des Wirtschaftszweigs zeigt sich auch in der Entwicklung der Beschäftigten: Hier setzt sich der positive Trend bereits das dritte Quartal in Folge fort.

Der Teilindikator, der die Geschäftserwartungen der Dienstleister der Informationsgesellschaft widerspiegelt, ist im zweiten Quartal 2006 zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Im Vergleich zum ersten Quartal 2006 legt er um 0,7 Punkte zu und erreicht einen Wert von 74,5 Punkten und damit fast den historischen Höchststand aus dem dritten Quartal 2005.

Mehr als die Hälfte aller Unternehmen berichten im zweiten Quartal 2006 von im Vergleich zum ersten Quartal 2006 gestiegenen Umsätzen und erwarten, dass ihre Umsätze auch im dritten Quartal 2006 weiter steigen.

Der Preisdruck hat im Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft im zweiten Quartal 2006 erheblich nachgelassen. Das erste Mal seit dem dritten Quartal 2003 ist der Anteil der Unternehmen, die für ihre Leistungen höhere Preise verlangen können, größer als der Anteil mit sinkenden Preisen. Auch die Nachfragesituation und die künftige Nachfrageentwicklung bewerten die Dienstleister der Informationsgesellschaft im zweiten Quartal 2006 per Saldo positiv.

Die gute Stimmung spiegelt sich auch in der Beschäftigungsentwicklung wider. Der seit dem vierten Quartal 2005 andauernde positive Trend setzt sich fort. So überwiegt auch im zweiten Quartal 2006 der Anteil der Unternehmen im Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft mit Neueinstellungen den Anteil mit Entlassungen. Dieser positive Saldo ist jedoch ausschließlich auf die Lage in Westdeutschland zurückzuführen.

Fast die Hälfte der westdeutschen Unternehmen im Wirtschaftszweig gibt an, dass der Personalbestand im zweiten Quartal 2006 im Vergleich zum ersten Quartal 2006 gestiegen ist. Etwa zwei Drittel der westdeutschen Dienstleister der Informationsgesellschaft erwarten, dass sie im dritten Quartal 2006 ihren Personalbestand weiter ausbauen werden.

Zum ersten Mal, seit das ZEW die konjunkturelle Lage der Dienstleister der Informationsgesellschaft analysiert, ist der Saldo der Personalbestandsveränderung in allen Branchen für Gesamtdeutschland positiv.

Besonders ausgeprägt ist diese positive Entwicklung bei den wissensintensiven Dienstleistern. Während bei den technischen Beratern und Planern in der Vergangenheit der Anteil der Unternehmen mit Entlassungen immer den mit Neueinstellungen überwogen hat, geben im zweiten Quartal 2006 etwa 55 Prozent der Unternehmen an, dass ihr Personalbestand gestiegen ist.

Diesem Anteil stehen etwa 15 Prozent der Unternehmen gegenüber, deren Personalbestand gesunken ist. Auch bei den Architekten und Werbefirmen setzt sich der seit dem ersten Quartal 2006 anhaltende positive Beschäftigungstrend fort.

Für die Dienstleister der Informationsgesellschaft spielen Geschäftsbeziehungen mit dem Ausland eine wichtige Rolle. So geben etwa zwei Drittel der Unternehmen des Wirtschaftszweiges im zweiten Quartal 2006 an, dass sie Leistungen aus dem Ausland beziehen. Rund drei Viertel der Unternehmen setzen ihre Leistungen im Ausland ab.

Besonders aktiv ist die Telekommunikationsbranche, in der nahezu alle Unternehmen das Ausland sowohl zum Absatz als auch zum Bezug von Dienstleistungen nutzen. Auch in der Forschungs- und Entwicklungsbranche nutzen gut neun von zehn Unternehmen ausländische Absatzmärkte, und mehr als 80 Prozent der Unternehmen dieser Branche beziehen Leistungen aus dem Ausland.

Am wenigsten häufig bedienen Unternehmensberatungen sowie EDV-Dienstleister und -Vermieter ausländische Absatzmärkte. Schlusslichter in Sachen Bezug von Leistungen aus dem Ausland bilden die Architekten sowie Unternehmensberatungen.

Große Unterschiede bei Geschäftsbeziehungen mit dem Ausland bestehen zwischen west- und ostdeutschen Unternehmen. Während in Westdeutschland drei Viertel der Dienstleister aus den berücksichtigten Branchen ihre Leistungen im Ausland absetzen, tut dies nur gut die Hälfte der ostdeutschen Unternehmen.

Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Bezug von Dienstleistungen. Gut zwei Drittel der Unternehmen aus den westdeutschen Bundesländern, aber nur etwa 40 Prozent der Unternehmen aus den ostdeutschen Bundesländern beziehen Leistungen aus dem Ausland.

Die Unternehmen des Wirtschaftszweigs wurden weiterhin gefragt, wie sie die Rolle moderner Informationstechnologien (IT) zur Unterstützung von Auslandsaktivitäten einschätzen.

Computerbasierte Marketing- und Vertriebssysteme gelten bei den Dienstleistern der Informationsgesellschaft als die IT-Lösungen mit der höchsten Wichtigkeit bei der Unterstützung von Auslandsaktivitäten. Ihre Bedeutung schätzen 46% der Unternehmen als hoch ein.

Auf dem zweiten Platz folgen IT-Systeme, die die Zusammenarbeit mit externen Partnern erleichtern. Während bei der reinen Nutzung IT-gestützte Buchhaltung und IT-gestütztes Controlling ganz oben stehen, stufen nur knapp 30 Prozent der Unternehmen ihre Bedeutung für Auslandsaktivitäten als hoch ein.

Der komplette Branchenreport mit Grafiken steht rechts oben zum Download für Sie zur Verfügung.

Zusatzinformation zum ZEW-IDI:
Der ZEW-IDI wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW-Indikators der Dienstleister der Informationsgesellschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.

Ausführliche Informationen zur Entwicklung und Berechnung des ZEW-IDI finden Sie auf der Homepage des ZEW.

Downloads

ZEW Branchenreport 02/2006
Vollständiger Report als PDF-Datei(197,00 kByte)

 

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