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ZEW Branchenreport 03/2005

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Aufschwung bei den Dienstleistern der Informationsgesellschaft setzt sich fort

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Verband der Vereine Creditreform haben im September und Oktober 2005 eine Konjunkturumfrage bei den Dienstleistern der Informationsgesellschaft durchgeführt. Daran waren rund 1.000 Unternehmen beteiligt.

Der Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft setzt sich zusammen aus Informations- und Kommunikationstechnologie- (IKT) Dienstleistern (Unternehmen der Branchen EDV-Dienste und -Vermietung, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikationsdienste) und wissensintensiven Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung).

Die Ergebnisse im Überblick:

Der deutliche Anstieg des ZEW-IDI (Stimmungsindikator für den Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft) zeigt, dass die Dienstleister der Informationsgesellschaft im dritten Quartal 2005 an die gute konjunkturelle Entwicklung des Vorquartals anknüpften und ihre Geschäftsaktivitäten weiter ausgebaut haben.

Dieser Anstieg ist vor allem durch die dynamische konjunkturelle Entwicklung bei den Telekommunikationsdienstleistern bedingt. In dieser Branche berichtet ein Großteil der Unternehmen im dritten Quartal 2005, dass die Umsätze im Vergleich zum zweiten Quartal 2005 gestiegen sind. Auch sind die meisten Telekommunikationsdienstleister zuversichtlich, dass Umsatz und Nachfrage im vierten Quartal weiter steigen.

Wie schon im vorangegangenen Quartal berichten auch im dritten Quartal 2005 wieder mehr als 60% der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, dass ihre Umsätze im Vergleich zum Vorquartal zugenommen haben.

In der Branche EDV-Dienstleistungen und -Vermietung hat die konjunkturelle Erholung im dritten Quartal 2005 endgültig eingesetzt. Der Saldo aus positiver und negativer Umsatzentwicklung beträgt in dieser Branche mehr als 40%, der Saldo aus positiver und negativer Nachfrageentwicklung mehr als 35%. Diese gute Geschäftsentwicklung schlägt sich bei mehr als 40% der EDV-Dienstleister und -Vermieter auch in höheren Erträgen nieder.

Konjunkturelles Schlusslicht im Wirtschaftszweig bildet im dritten Quartal 2004 die Werbebranche. Per Saldo überwiegt aber auch bei den Werbeagenturen der Anteil der Unternehmen, deren Umsatz im Vergleich zum Vorquartal gestiegen ist. Außerdem zeichnen sich die Werber durch ihren Optimismus für das Schlussquartal aus. Mehr als die Hälfte der Agenturen rechnet im vierten Quartal 2005 mit einer Belebung der Nachfrage und damit, dass sich dies positiv auf Umsatz und Ertrag auswirken wird.

Trotz der insgesamt konjunkturellen Entwicklung hat sich die Arbeitsmarktlage im Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft auch im dritten Quartal 2005 nicht gebessert. Per Saldo haben die Unternehmen ihren Personalbestand weiter verringert. Auch die Erwartungen für das vierte Quartal 2005 deuten auf einen weiteren Beschäftigungsrückgang in diesem Wirtschaftszweig hin.

Einzig bei den Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern sowie den Unternehmensberatern hat die gute Geschäftsentwicklung bereits das zweite Quartal in Folge dazu geführt, dass der Anteil der Unternehmen, die in diesen Branchen Personal eingestellt haben, deutlich größer ist als der Anteil der Unternehmen, die Personal abgebaut haben.

Innovation und Wettbewerb
Im dritten Quartal 2005 berichten knapp drei Viertel der Dienstleister der Informationsgesellschaft, dass sie sich auf ihren heimischen Märkten auch gegen ausländische Konkurrenz behaupten müssen.

Am stärksten (über 80%) konkurrieren dabei die Telekommunikation, Forschung und Entwicklung, EDV-Dienstleister und -Vermieter sowie technische Beratung und Planung mit ausländischen Firmen. Deutlich geringer ist der Anteil dagegen bei Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern (lediglich 10%).

Die Exportfähigkeit der vom Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft angebotenen Dienstleistungen zeigt sich aber nicht nur an der Präsenz ausländischer Anbieter am deutschen Markt, sondern auch an der Exporttätigkeit deutscher Dienstleister.

So geben im dritten Quartal 2005 etwa 50% der Unternehmen an, dass sie ihre Dienstleistungen ins Ausland verkaufen. Den höchsten Anteil hat hier die Forschung und Entwicklung mit knapp 70%, gefolgt von den EDV-Dienstleistern und Telekommunikationsdienstleistern (mit jeweils mehr als 65%). Den geringsten haben wiederum die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (ca. 8%).

In allen Branchen des Wirtschaftszweiges ist der Anteil der exportierenden Unternehmen geringer als der Anteil der Unternehmen, die am deutschen Markt mit ausländischen Firmen konkurrieren. Am größten ist dieser Unterschied in der Werbebranche. Hier geben knapp drei Viertel der Unternehmen an, dass sie auf ihren Heimatmärkten mit ausländischen Firmen im Wettbewerb stehen. Dagegen ist nur etwa ein Viertel von ihnen selbst im Ausland tätig.

Um sich im Wettbewerb mit in- und ausländischen Konkurrenten zu behaupten, setzt der untersuchte Wirtschaftszweig weiterhin stark auf Produktinnovationen. So beträgt der Anteil der Unternehmen, die zwischen Herbst 2004 und Herbst 2005 Produktinnovationen durchgeführt haben mehr als 60%. Den höchsten Anteil haben hierbei die Telekommunikationsdienstleister.

Neben den Produktinnovationen bieten aber auch Prozessinnovationen die Möglichkeit, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. So haben zwischen Oktober 2004 und Oktober 2005 mehr als 70% der Dienstleister der Informationsgesellschaft Prozessinnovationen eingeführt. Führend sind auch hier die Telekommunikationsdienstleister.

Der komplette Branchenreport steht rechts oben zum Download für Sie zur Verfügung.

Zusatzinformation zum ZEW-IDI:
Der ZEW-IDI wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW-Indikators der Dienstleister der Informationsgesellschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.

Ausführliche Informationen zur Entwicklung und Berechnung des ZEW-IDI finden Sie auf der Homepage des ZEW.

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