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ZEW Branchenreport 01/2005

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Branchenreport der Dienstleister der Informationsgesellschaft: Geschäftserwartungen sind weiterhin eingetrübt und sorgen für schlechte Stimmung

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Verband der Vereine Creditreform haben im März und April 2005 eine Konjunkturumfrage bei Dienstleistern der Informationsgesellschaft durchgeführt. Daran waren rund 1.000 Unternehmen beteiligt.

Der Wirtschaftszweig Dienstleister der Informationsgesellschaft setzt sich zusammen aus Informations- und Kommunikationstechnologie- (IKT) Dienstleistern (Unternehmen der Branchen EDV-Dienste und -Vermietung, IKT-Fachhandel sowie Telekommunikationsdienste) und wissensintensiven Dienstleistern (Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung sowie Werbung).

Die Ergebnisse im Überblick:

Für den relativ starken Rückgang des ZEW-IDI sind wie bereits im vierten Quartal insbesondere die eingetrübten Geschäftserwartungen verantwortlich. So zählt der Teilindikator, der die Geschäftserwartungen für das zweite Quartal 2005 zusammenfasst, 57,2 Punkte und damit 4,9 Punkte weniger als im Vorquartal.

Doch auch die Bewertung der Geschäftslage tendiert im ersten Quartal 2005 deutlich nach unten: der Teilindikator fällt hier im Vergleich zum Vorquartal um 2,4 Punkte auf einen Wert von 53,7.

Dieser Rückgang des ZWE-IDI spiegelt die Befürchtung der Dienstleister der Informationsgesellschaft wider, der erhoffte gesamtwirtschaftliche Aufschwung könne ausbleiben. So haben Analysten einerseits die Wachstumsaussichten für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2005 zuletzt nach unten korrigiert. Andererseits trägt der Anstieg der Arbeitslosigkeit im ersten Quartal 2005 auf ein neues Rekordniveau zur Unsicherheit unter den Dienstleistern der Informationsgesellschaft bei.

Trotzdem gibt es durchaus positive Konjunktursignale im Umfeld der Dienstleister der Informationsgesellschaft. So sind zum Jahresauftakt 2005 die Auftragseingänge der deutschen Industrie kräftig gestiegen. Weiterhin wollen die deutschen Unternehmen wieder stärker in ihre Ausstattung mit Informations- und Kommunikationstechnologien investieren.

Für das zweite Quartal haben die Dienstleister der Informationsgesellschaft verhalten optimistische Erwartungen. Jedoch überwiegt der Anteil der Unternehmen, die bei Umsatz, Ertrag und Nachfrage von einer Besserung ausgehen.

Das Ergebnis der Umfrage zeigt, dass der Personalbestand auch im ersten Quartal 2005 weiter verringert wurde. In Ostdeutschland hat etwa die Hälfte der Unternehmen Personal entlassen; in Westdeutschland berichtet ein Drittel der Unternehmen von einem Personalrückgang. Auch im zweiten Quartal 2005 rechnen viele Unternehmen mit Entlassungen.

In den Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Forschung und Entwicklung sowie Unternehmensberatung ist im ersten Quartal 2005 der Anteil der Unternehmen mit einer positiven Umsatzentwicklung am höchsten. Auch die Ertragsentwicklung ist bei diesen Unternehmen per Saldo positiv. Entsprechend optimistisch blicken die Unternehmen dieser drei Branchen auf das zweite Quartal 2005: sowohl bei den Nachfrageerwartungen als auch bei den Umsatzerwartungen ist der Saldo deutlich positiv.

Als vierte der neun Branchen im Wirtschaftszweig verzeichnen im ersten Quartal 2005 nur noch die Werbeagenturen einen positiven Saldo in der Umsatzentwicklung. Auch für das zweite Quartal sind die Erwartungen der Werbeagenturen besonders optimistisch. Trotz der positiven konjunkturellen Entwicklung fallen die Werbeagenturen im ersten Quartal 2005 durch ihren hohen Anteil an Unternehmen auf, die Personal entlassen haben.

Die Umsatzentwicklung hat sich vor allem bei den Architekten sowie den EDV-Dienstleistern und -Vermietern verschlechtert. Dennoch sind sie per Saldo optimistisch, dass sich ihre Umsatz- und Ertragslage im zweiten Quartal 2005 wieder verbessern wird.

Bei den Dienstleistern der Informationsgesellschaft ist die grundsätzliche Bereitschaft, den Nachwuchs im eigenen Haus auszubilden, weiterhin stark verbreitet. Der Anteil der Unternehmen, die in den vergangenen drei Jahren die Anzahl ihrer Ausbildungsplätze erhöht haben, übersteigt den Anteil der Unternehmen, die in diesem Zeitraum weniger Auszubildende beschäftigten, um etwa zehn Prozentpunkte.

Insbesondere Unternehmen in der Forschung und Entwicklung, in der technischen Beratung und Planung sowie im IKT-Handel haben in den vergangenen drei Jahren mehr Ausbildungsplätze geschaffen.

Neben der Nachwuchsförderung gewinnt auch die Beschäftigung älterer Mitarbeiter in der Arbeitsmarktpolitik zunehmend an Bedeutung. Um die Beschäftigung Älterer zu fördern, bietet die Bundesagentur für Arbeit den Arbeitgebern verschiedene unterstützende Mittel. Die Dienstleister der Informationsgesellschaft nutzen diese Fördermaßnahmen unterschiedlich stark. Die Förderung mittels Eingliederungszuschuss ist dabei am weitesten verbreitet. Danach folgen die erleichterte Befristung von Arbeitsverhältnissen mit älteren Arbeitnehmern sowie die Nutzung des Weiterbildungszuschusses von der Bundesagentur für Arbeit.

Der komplette Branchenreport steht rechts oben zum Download für Sie zur Verfügung.


Zusatzinformation zum ZEW-IDI:
Der ZEW-IDI wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW-Indikators der Dienstleister der Informationsgesellschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.

Ausführliche Informationen zur Entwicklung und Berechnung des ZEW-IDI finden Sie auf der Homepage des ZEW.

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