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Unternehmer drehen Daumen nach unten

Das Sachsenbarometer fällt im Mai. Das Geschäftsklima in der Wirtschaft verschlechtert sich. Nur am Bau geht es aufwärts.

Sachsenbarometer 05/2010

Dresden. Die Stimmung in den sächsischen Unternehmen hat sich verschlechtert. Während der Ifo- Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands im Mai fast unverändert blieb, gab es in der sächsischen Wirtschaft einen Rückgang des Geschäftsklimas. Ausschlaggebend dafür war nicht das miese Wetter im Mai, sondern die Meldungen zur Geschäftslage. Sie wurden von den Unternehmen insgesamt weniger gut eingeschätzt. Bei den Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate waren die Firmen wieder etwas zuversichtlicher.

INDUSTRIE-NACHFRAGE SINKT
Die befragten Unternehmen im sächsischen verarbeitenden Gewerbe beurteilen per saldo ihre Geschäftssituation als weniger gut. Auch die zukünftige Wirtschaftsentwicklung wurde insgesamt etwas weniger optimistisch betrachtet. Die Unternehmen gaben eine weniger günstige Nachfragesituation im Vergleich zum April an. Vor allem die Produzenten von Konsumgütern berichteten mehrheitlich über eine verschlechterte Absatzlage. Dies könnte auf die gesunkene Konsumlaune der privaten Haushalte zurückzuführen sein, die im Mai wieder rückläufig war.

MEHR AUFTRÄGE FÜR DEN BAU
Ihren derzeitigen Auftragsbestand beurteilten die Baufirmen in diesem Monat insgesamt als weniger schlecht. Nur jedes vierte Unternehmen empfand seinen Bestand an Aufträgen als zu klein. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate wurde von der Mehrheit der Firmen als weniger ungünstig eingeschätzt. Offenbar stellen sich nach dem langen Winter verstärkt Nachholeffekte im Bauhauptgewerbe ein.

HANDEL MIT UMSATZMINUS
Das im April verbesserte Geschäftsklimas im sächsischen Handel hielt im Mai nicht an. Einzel- wie Großhändler beurteilten ihre aktuelle Geschäftsläge tendenziell deutlich schlechter. Besonders stark wurden die Lagebeurteilungen im Einzelhandel revidiert. Hier wurde mehrheitlich von gesunkenem Umsatz gegenüber dem Vorjahr berichtet.

FINANZIERUNG SCHWIERIG

Der Mittelstand in Sachsen kommt noch immer schwierig an Kredite. Für 43 Prozent der von Creditreform befragten Unternehmen haben sich die Finanzierungsbedingungen zuletzt verschärft - immerhin jeder Fünfte hat eine Kreditablehnung erfahren müssen. Vor allem Handel und Bau sind betroffen. Selbst diejenigen, die ein Bankdarlehen erhalten, müssen höhere Zinsen zahlen und mehr Sicherheiten stellen. Mit einer baldigen Entspannung ist nicht zu rechnen. Fast 90 Prozent der sächsischen Mittelständler erwarten, bei einem künftigen Kreditantrag auf Schwierigkeiten zu stoßen.



Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.

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