Laune sächsischer Chefs hellt sich leicht auf
- Das Sachsenbarometer steigt im Februar
- Baugewerbe hofft auf das Konjunkturpaket II
Dresden. Sachsens Firmen trotzen etwas dem allgemeinen Pessimismus. Während der Ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands im Februar geringfügig gesunken ist, hat sich das Geschäftsklima in Sachsen leicht verbessert. Ausschlaggebend hierfür waren die Angaben zur aktuellen Lage. Die Unternehmen im Freistaat haben ihre Geschäftssituation als unverändert beurteilt, deutschlandweit wurde sie nochmals schlechter als im Januar bewertet. Insgesamt lassen die Befragungsergebnisse keine Wende in der Konjunktur erkennen.
Verarbeitendes Gewerbe: Nachfrage geht zurück
Die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe Sachsens beurteilten ihre Geschäftslage im Vergleich zum Vormonat jedoch ungünstiger. Im Februar berichtete unterm Strich rund jedes dritte Unternehmen über eine gesunkene Nachfrage. Der zukünftigen Entwicklung blickten die Unternehmen allerdings insgesamt etwas weniger pessimistisch entgegen als noch im Januar. In den Beschäftigungsplänen spiegelt sich das nicht wider. Dort deutet die Mehrheit der Angaben auf eine Reduzierung hin.
Bauhauptgewerbe: Perspektiven hellen sich auf
Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima zuletzt verbessert. Die Unternehmen haben ihre Perspektiven mit etwas mehr Zuversicht bewertet. Dies dürfte im Zusammenhang mit dem Konjunkturpakt II der Bundesregierung stehen. Dem Freistaat Sachsen stehen aus diesem Topf zusätzlich rund 800 Millionen Euro zur Verfügung, die vor allem für die energetische Sanierung von Bildungseinrichtungen verwendet werden sollen. „Die Perspektivenaufhellung im Baugewerbe stimmt optimistisch. Nach der Winterpause dürfte die Bautätigkeit wieder deutlich zunehmen", sagt Gerit Vogt, Konjunkturexperte vom Ifo Dresden. Die verstärkten Investitionen der öffentlichen Hand werden aber vermutlich nicht ausreichen, um die Nachfrageausfälle im Wohnungs- und Wirtschaftsbau zu kompensieren.
Handel: Geschäftslage verbessert sich leicht
Im sächsischen Handel steht aktuell einer leichten Klimaaufhellung im Einzelhandel eine Klimaeintrübung im Großhandel gegenüber. Die Geschäftslage wurde insgesamt etwas besser als im Januar bewertet. In den nächsten Monaten dürften die Verkaufspreise in beiden Handelssparten tendenziell zurückgehen.
Investitionsbereitschaft in den Unternehmen ist im Keller
Die mittelständischen Unternehmen im Freistaat wagen aufgrund der unsicheren Auftragsentwicklung kaum noch neue Investitionsvorhaben. Lediglich ein Drittel der sächsischen Betriebe möchte derzeit in neue Maschinen und Anlagen investieren. Dieser Wert bedeutet einen Negativrekord. Wenn Geld für Neuanschaffungen ausgegeben wird, stehen bei den Unternehmen vorrangig notwendige Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen auf der Agenda.
„Die Schwere der aktuellen Krise verunsichert den sächsischen Mittelstand stark. Die Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück, da sie nicht wissen, wie die Auftragslage zur Jahresmitte aussehen wird." Thomas Schulz, Prokurist, Creditreform Dresden
Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des
Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei
Creditreform Dresden.