Sachsens Unternehmer nicht mehr ganz so pessimistisch
- Das Sachsenbarometer steigt im Januar leicht
- Die Baufirmen leiden unter dem strengen Winter
- Unternehmensgründungen sind rückläufig
Dresden. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist zu Beginn des Jahres 2009 geringfügig gestiegen. Grund: Die befragten Unternehmen haben ihre Geschäftsaussichten insgesamt etwas weniger pessimistisch beurteilt. Auch die sächsischen Teilnehmer an der Umfrage haben ihre Perspektiven ebenfalls etwas günstiger bewertet. Eine Wende am Konjunkturhimmel ist darin aber noch nicht zu sehen.
Verarbeitendes Gewerbe: Maschinenauslastung sinkt
Im verarbeitenden Gewerbe Sachsens wird die Geschäftslage gegenwärtig von rund jedem vierten Unternehmen mit „schlecht" beurteilt. Die Maschinenauslastung hat in vielen Betrieben stark abgenommen. Sie lag im Januar durchschnittlich bei 74 Prozent und damit unter dem Wert von vor einem Jahr, da waren es 87 Prozent. Die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände ist deutlich zurückgegangen. Insgesamt lassen die jüngsten Umfrageergebnisse erkennen, dass sich die Entwicklung in den kommenden Monaten weiter abschwächen wird.
Bauhauptgewerbe: strenger Winter behindert Geschäft
Im sächsischen Bauhauptgewerbe ist die durchschnittliche Auslastung sogar auf knapp 62 Prozent gesunken. Ausschlaggebend dafür dürfte die vergleichsweise strenge Winterwitterung gewesen sein. So gaben im Januar 60 Prozent der Baufirmen an, von witterungsbedingten Behinderungen betroffen zu sein. Vor Jahresfrist lag dieser Anteil nur bei 32 Prozent. Die Geschäftsaussichten wurden von den Unternehmen ähnlich verhalten wie im Dezember beurteilt.
Handel: Umsatz gefestigt nach Weihnachtsgeschäft
Im sächsischen Handel dürfte sich die Umsatzlage nach dem Weihnachtsgeschäft etwas gefestigt haben. Der Pessimismus hinsichtlich der Perspektiven hat leicht nachgelassen. Dies steht möglicherweise im Zusammenhang mit den Konjunkturpaketen der Bundesregierung, von denen eine gewisse Belebung der privaten Konsumgüternachfrage erwartet wird. Dagegen erwartet der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) dennoch eine schwächere Kauflaune in diesem Jahr. Der Umsatz dürfte sich „in einem Korridor von Null bis minus ein Prozent" bewegen und damit leicht sinken, teilte (HDE) gestern in Berlin mit. Nach recht stabilen Umsätzen im Januar sei in den ersten sechs Monaten das Vorjahresniveau noch zu halten.
Gründungen: Trend zur Dienstleistungsgesellschaft
Im vergangenen Jahr sind in Sachsen rund 4 500 Unternehmen gegründet worden, deren Rechtsform, Beschäftigtenzahl oder Kapitalbedarf auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung hindeutet. Die Zahl wirtschaftsaktiver Neugründungen lag damit um 200 Unternehmen unter dem Vorjahreswert. 2008 hat sich auch der Trend zur Dienstleistungsgesellschaft im Freistaat weiter fortgesetzt. So lässt sich die Mehrheit der neu entstandenen Unternehmen (58,5 Prozent; 2007: 55,3 Prozent) dem Dienstleistungssektor zurechnen. 8,9 Prozent sind im Verarbeitenden Gewerbe aktiv (2007: 9,5 Prozent). Mit einem Anteil von 18,6 Prozent wagten weniger Groß- und Einzelhändler als im Vorjahr (19,4 Prozent) den Schritt in die Selbstständigkeit.
Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des
Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei
Creditreform Dresden.