Die Stimmung bei Sachsens Firmenchefs ist im Keller
- Das Sachsenbarometer zeigt auf Rezession
- Nachfrage nach Maschinen und Anlagen lässt nach
- Bau hat Aufträge für zwei Monate
Dresden. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands hat im Dezember seinen Abwärtstrend fortgesetzt - mit einem kräftigen Rückgang. Er befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit Ende des Jahres 1982. Die Zeitreihen des Sachsenbarometers haben im Dezember ebenfalls nachgegeben. Sie lassen erkennen, dass der seit einigen Monaten andauernde Abschwung nunmehr in eine Rezession auswächst.
Verarbeitendes Gewerbe: Starke Klimaeintrübung
Eine besonders starke Klimaeintrübung war im verarbeitenden Gewerbe zu verzeichnen. Das sächsische verarbeitende Gewerbe ist im besonderen Maße vom weltweiten Konjunkturabschwung betroffen, da es auf die Produktion von Investitionsgütern spezialisiert ist, die nunmehr weniger stark nachgefragt werden. Von den Investitionsgüterproduzenten berichtete dementsprechend mehr als jeder zweite Befragungsteilnehmer über eine verschlechterte Nachfragesituation. Infolge der stark eingetrübten Perspektiven plant zudem gegenwärtig
per saldo rund jedes dritte Unternehmen einen Beschäftigungsabbau.
Bauhauptgewerbe: Leicht gesunkene Auftragsreichweite
Im sächsischen Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima nach einer leichten Aufhellung im vorigen Monat jüngst wieder eingetrübt. Die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände ist im Vergleich zum November geringfügig gesunken. Sie lag im Dezember bei knapp zwei Monaten. Der Anteil der Unternehmen, der über einen Auftragsmangel berichtet, ist im Vormonatsvergleich jedoch konstant geblieben. Er lag im Hochbau bei 47 und im Tiefbau bei 30 Prozent. Die Geschäftsaussichten wurden insgesamt etwas ungünstiger als im November beurteilt.
Handel: Weihnachtsgeschäft besser als im Vorjahr
Die Umfrageteilnehmer aus dem sächsischen Handel haben ihre Umsatzlage in den letzten Monaten zunehmend kritischer beurteilt. Das Weihnachtsgeschäft dürfte den Lagebeurteilungen der Einzelhandelsfirmen zufolge allerdings besser verlaufen sein als im Vorjahr.
Trendumkehr bei den Unternehmensinsolvenzen
Im vergangenen Jahr mussten 1 860 sächsische Unternehmen den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Das entspricht einem Anstieg von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit seinen 1 820 Fällen. Die negativen Rückwirkungen der Finanzmarktturbulenzen auf die Kreditversorgung des sächsischen Mittelstandes dürften die Insolvenzspirale in den nächsten Monaten weiter verstärken. Für dieses Jahr rechnet Creditreform mit vermehrten Unternehmenszusammenbrüchen in Risikogruppen, die überproportional stark von den verschärften Finanzierungsbedingungen betroffen sind: junge Unternehmen, Mittelständler mit wenig Eigenkapital und die vom Abschwung stark betroffenen Bereiche der Unternehmensdienstleistungen.
Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des
Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei
Creditreform Dresden.