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Der Optimismus in Sachsens Wirtschaft lässt langsam nach

Das Sachsenbarometer zeigt in allen Branchen fallende Tendenz. Ausnahme ist der bislang darbende Groß- und Einzelhandel.

Dresden. Das Geschäftsklima in der sächsischen Wirtschaft ist im Februar schlechter geworden. Die vom Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung befragten Unternehmen beurteilten sowohl ihre Geschäftslage als auch ihre Perspektiven verhaltener. Alles in allem aber zeigt sich die Wirtschaft Sachsens weiterhin robust.

Sachsenbarometer 02/2008

Verarbeitendes Gewerbe
Die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe Sachsens beurteilen ihre Geschäftslage - bei tendenziell nachlassender Nachfrage - insgesamt nicht mehr ganz so günstig. In den Meldungen zu den Perspektiven zeigte sich ebenfalls verstärkt Skepsis. Die Produktionspläne sind allerdings vielfach noch immer auf Expansion ausgerichtet. Gerit Vogt, Konjunkturexperte an der Dresdner Ifo-Niederlassung betont jedoch: „Das derzeit sehr hohe Niveau des effektiven Euro-Wechselkurses dürfte mittelfristig auch in Sachsen die Exportaktivitäten dämpfen."

Bauhauptgewerbe
Im Bauhauptgewerbe ist die durchschnittliche Geräteauslastung auf derzeit rund 62 Prozent gesunken. Maßgebend dafür dürfte vor allem ein Mangel an Aufträgen sein. Die Bautätigkeit ist nach Angaben der Firmen vereinzelt aber auch durch die Witterung, einen Mangel an Arbeitskräften und Material sowie durch Finanzierungsschwierigkeiten beeinträchtigt worden.

Gross- und Einzelhandel
Die Großhandelsfirmen haben im Februar verstärkt über steigende Verkaufspreise berichtet. Auch in den nächsten Monaten ist eher mit einem Anstieg der Preise zu rechnen. Im sächsischen Einzelhandel dürfte sich die Umsatzlage nach einem ausgesprochen schwachen Jahr 2007 etwas stabilisiert haben. In den Meldungen zu den Perspektiven zeigte sich bei den Händlern ein wenig mehr Zuversicht.

Schwerpunkt Handwerk
Nachdem das vergangene Jahr ein Rekordhoch im sächsischen Handwerk markierte, gehen die Bewertungen derzeit wieder moderat zurück. Sowohl die Angaben zur Lage als auch die Perspektiven sind von zunehmender Zurückhaltung geprägt. Die Zahl der Betriebe, die mit mangelhaft oder ungenügend votierten, stieg: von null auf 9,3 Prozent. Ebenso wie die Geschäftslage gaben auch die Angaben zur Umsatzsituation nach: Derzeit berichten 31,2 Prozent von gestiegenen Umsätzen; vor einem Jahr waren es 35 Prozent.

Auch die Investitionsbereitschaft ist nicht mehr so ausgeprägt wie noch vor einem Jahr. Allerdings wollen immer noch mehr als die Hälfte der Handwerksbetriebe Investitionen vornehmen; derzeit sind es 51,6 Prozent.

Bei der Gegenüberstellung von Neueinstellungen und Entlassungen setzen sich die abgekühlten Bewertungen im Handwerk fort: Gaben im Frühjahr 2007 noch 31,8 Prozent der Unternehmen an, mehr Personal eingestellt zu haben, so sind es derzeit nur noch 24,2 Prozent. Von Mitarbeitern getrennt haben sich 16,3 Prozent der befragten Firmen.

Erfreulich stimmt hingegen, dass es mehr Handwerkern gelingt, sich ausreichend mit Eigenkapital einzudecken. Ausreichend heißt: Mehr als 30 Prozent von der Bilanzsumme stammt aus eigenen Quellen. Gelang das vor einem Jahr 17,5 Prozent der Handwerker, so sind es derzeit 19,1 Prozent. Auf der anderen Seite stieg aber auch die Zahl der Firmen, die unterkapitalisiert sind, also weniger als zehn Prozent eigenes Geld im Verhältnis zur Bilanzsumme haben: von 33,6 Prozent im Februar 2007 auf jetzt 38,1 Prozent.

Ebenso wie die Aussagen zur Lage fallen auch die Zukunftsaussichten etwas verhaltener aus als noch vor einem Jahr. Jedes fünfte Unternehmen in Sachsen rechnet für das kommende halbe Jahr mit mehr Umsatz; das waren im Februar 2007 noch 30,9 Prozent.



Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.

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