Das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe verschlechtert sich - doch es gibt auch Optimisten.
Dresden. Der Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft ist im November zum ersten Mal seit fünf Monaten gestiegen. Doch in der sächsischen Wirtschaft stellt das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung eine Klimaverschlechterung im verarbeitenden Gewerbe und Einzelhandel fest. Vor allem die Exportaussichten werden so verhalten beurteilt wie seit drei Jahren nicht mehr. Das kann an der Euro-Aufwertung liegen.
Die aktuelle Lage in der Industrie wird hingegen alles in allem als unverändert günstig angesehen.
Im Bauhauptgewerbe wird die Lage insgesamt etwas besser als im vorigen Monat bewertet. Die durchschnittliche Geräteauslastung ist jedoch von 77 auf 72 Prozent zurückgegangen. Das Thema Auftragsmangel dürfte wieder etwas an Bedeutung gewonnen haben. Im November berichteten 47 Prozent der Hochbau- und 14 Prozent der Tiefbaufirmen über fehlende Aufträge.
Im Großhandel halten sich Gut- und Schlecht-Meldungen zur Geschäftslage in etwa die Waage. Die Lagerbestände wurden erneut sehr häufig mit „zu hoch" beurteilt. Im Einzelhandel wird im Gegensatz zum Großhandel noch immer mehrheitlich über einen Umsatzrückgang berichtet. In den vergangenen Monaten dürften allerdings verstärkt Preiserhöhungen durchgesetzt worden sein.
Die jüngste Creditreform-Befragung nach der Ertragssituation zeigt, dass Sachsens Mittelständler im vergangenen Herbst enorm zulegten. 28 Prozent der Firmen berichten von Ertragssteigerungen seit dem Frühjahr, ähnlich wie vor einem Jahr. Doch nur noch neun Prozent berichten von Ertragseinbußen - das waren vor einem Jahr 26 Prozent. Die Ertragssteigerungen wurden allerdings nicht als Vorrat für schlechtere Zeiten eingesetzt. Mehr als 30 Prozent Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme haben lediglich 12,7 Prozent der Unternehmen. Im vorigen Jahr waren es der Umfrage zufolge noch 33 Prozent.