Das Sachsenbarometer im Juni zeigt, dass die Geschäftserwartungen etwas zurückgehen. Erfreulich ist die Zahl sinkender Firmenpleiten.
Dresden. Der Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands hat sich nach Angaben des Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung im Juni etwas abgeschwächt. Die befragten sächsischen Unternehmen in der Industrie, im Bau und Handel beurteilen ihre Geschäftslage und -erwartungen etwas weniger günstig als im Mai. Das hohe Niveau der Indikatoren spricht allerdings für ein weiterhin kräftiges Wirtschaftswachstum.
Verarbeitendes Gewerbe: Wachsende Exporte
Die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe Sachsens haben ihre Geschäftslage im Juni nicht mehr ganz so positiv wie zu Jahresbeginn eingeschätzt. Bei den Perspektiven zeigte sich allerdings unvermindert viel Optimismus. Die Produktion, das Exportvolumen und die Verkaufspreise dürften in der zweiten Jahreshälfte von der Tendenz her weiterhin steigen.
Bauhauptgewerbe: Mehr Aufträge im Tiefbau
Im Bauhauptgewerbe ist die mittlere Reichweite der Auftragsbestände nochmals zurückgegangen. Sie lag im Tiefbau mit 2,4 Monaten erneut höher als im Hochbau mit 1,2 Monaten. Ein ähnlich differenziertes Bild zeigt sich auch bei den Meldungen zur Auslastung der Maschinen. Die durchschnittliche Geräteauslastung erreichte im Tiefbau 82 Prozent und lag damit deutlich über dem Niveau im Hochbau mit 65 Prozent.
Einzelhandel: Umsätze gehen weiter zurück
Im Großhandel dürfte der Umsatz bei zunehmenden Verkaufspreisen abermals gestiegen sein. In den nächsten Monaten ist mit weiteren Verkaufspreiserhöhungen zu rechnen. Dagegen hat sich das Geschäftsklima im Einzelhandel weiter eingetrübt. Die Unternehmen bewerteten ihre Lage bei verstärkt rückläufigen Umsätzen nochmals ungünstiger als im Vormonat.
Firmeninsolvenzen: Acht Prozent weniger
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Sachsen sank im ersten halben Jahr 2007 um acht Prozent auf 1.040 betroffene Firmen. Im gleichen Zeitraum 2006 mussten noch 1.130 Betriebe zum Insolvenzgericht. Damit verzeichnet Sachsen einen schwächeren Rückgang bei den Firmenpleiten als Gesamtdeutschland: Hier sank die Zahl der Unternehmen um 14,3 Prozent. Die Insolvenzen von Privatpersonen steigen ungebremst. 4.210 Sachsen, 32,8 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2006, stellten einen Antrag auf Restschuldbefreiung. (SZ)