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Zwei machen schlapp

Konjunktur. Im Handel und auf dem Bau geht es mit den Erwartungen wieder bergab.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Oktober wieder gestiegen. In Sachsen jedoch ging es bergab - vor allem deshalb, weil die Perspektiven der Unternehmen deutlich schlechter geworden sind.

Sachsenbarometer 10/2006 I

Verarbeitendes Gewerbe
Im verarbeitenden Gewerbe Sachsens hat sich die Geschäftslage verbessert. Die durchschnittliche Geräteauslastung lag mit 87 Prozent über der vom Oktober 2005. Eine besonders hohe Auslastung meldeten erneut die Investitionsgüterproduzenten. Die Auftragsbestände und die Verkaufspreise dürften zuletzt weiter zugelegt haben.

Bauhauptgewerbe
Die Unternehmen der Branche beurteilten ihre Lage mehrheitlich wieder mit „schlecht". In jüngster Zeit hatte die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände kontinuierlich abgenommen. Sie lag zuletzt bei zwei Monaten. Die mittlere Geräteauslastung erreichte im Hochbau 67 Prozent, im Tiefbau 81 Prozent. Die Perspektiven sind überwiegend negativ.

Groß- und Einzelhandel
Im Großhandel wurde die Umsatzlage unter dem Strich unvermindert positiv beurteilt. Die Verkaufspreise dürften spürbar zugenommen haben. Die Einzelhändler beurteilten ihre Geschäfts- und Umsatzlage erneut besser als vor Jahresfrist. Das Geschäftsklima trübte sich jedoch infolge der nahenden Mehrwertsteuererhöhung nochmals ein.

Spezial: Mittelstand
Die Einschätzungen der sächsischen Mittelständler zu ihrer derzeitigen konjunkturellen Lage und zu den Perspektiven fallen deutlich besser aus als im Herbst 2005. Ihre Geschäftslage beurteilt etwas mehr als die Hälfte der Befragten mit „gut" oder „sehr gut". Das entspricht einer Steigerung von 36 Prozentpunkten im einem Jahr. Auf gestiegene Umsätze in den vergangenen sechs Monaten verwiesen 43,9 Prozent der Unternehmen, das ist ein Anstieg von 24,1 Prozentpunkten. Auch die Ertragssituation hat sich deutlich verbessert: Registrierten im Herbst 2005 nur 16 Prozent der Mittelständler in Sachsen steigende Gewinne, sind es derzeit schon 28 Prozent. Ertragseinbußen mussten im Herbst 2005 noch 42 Prozent verkraften, in diesem Jahr sind es nur noch 25,5 Prozent. Die durchweg positiveren Aussagen zur Lage wirken sich auch auf die Investitionsbereitschaft aus: Im kommenden halben Jahr planen 62,4 Prozent der Unternehmen zu investieren, das sind fast doppelt so viele wie im vergangenen Herbst. Nahezu verdoppelt hat sich auch die Zahl der Unternehmen, die im kommenden halben Jahr mit Ertragssteigerungen rechnet: Erwarteten im Herbst 2005 noch 16,8 Prozent der Befragten mehr Gewinn, sind es nun schon 30,6 Prozent. Mit rückläufigen Erträgen rechnen nur noch 22,9 Prozent.

Sachsenbarometer 10/2006 II



Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.

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