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Startseite » Sachsenbarometer »Sachsenbarometer 09/2006 - Wirtschaftslage der IKT-Dienstleister

Mehrwertsteuer drückt auf prima Klima

Sachsenbarometer. In der Wirtschaft ist die Stimmung so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Dresden. Im vorigen Monat haben die vom Ifo-Institut befragten sächsischen Unternehmen ihre Geschäftslage so günstig eingeschätzt wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Ihre Aussichten jedoch trüben sich von Monat zu Monat mehr ein. Das dürfte unter anderem an der erwarteten Abkühlung der Weltkonjunktur liegen und an der Mehrwertsteuererhöhung.

Sachsenbarometer 09/2006

Verarbeitendes Gewerbe
Die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe Sachsens beurteilten ihre Geschäftslage insgesamt ähnlich positiv wie in den vergangenen Monaten. Ihren Auftragsbestand bezeichneten sie zuletzt mehrheitlich mit „verhältnismäßig groß". Die Geschäftsaussichten der meisten Firmen sind zudem gegen den allgemeinen Trend unvermindert optimistisch. Den Meldungen zufolge dürfte die Zahl der Beschäftigten in den nächsten Monaten eher zu- als abnehmen.

Baugewerbe
Im Bauhauptgewerbe ist das Geschäftsklima erneut schlechter geworden. Ausschlaggebend dafür war vor allem eine weitere Eintrübung der Perspektiven. Die derzeitige Lage wird dagegen meist günstiger als in den Monaten zuvor beurteilt. Im September meldeten nur noch zwölf Prozent der Baufirmen einen Mangel an Aufträgen. Die Geräteauslastung war im Schnitt mit 77 Prozent deutlich höher als vor einem Jahr (68 Prozent).

Handel
Der Großhandel hat seine Lage seit Jahresbeginn zunehmend besser beurteilt. Zuletzt meldete per saldo rund jedes zweite Unternehmen eine gute Geschäftslage. Die Firmen berichteten sogar häufiger über Lagerengpässe. Der Einzelhandel bewertet seine derzeitige Lage zwar ebenfalls mehrheitlich mit „gut"; die Skepsis über die künftige Entwicklung hat jedoch deutlich zugenommen.

Firmennahe Dienstleister
Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform befragte in diesem Sommer die unternehmensnahen Dienstleister in Sachsen nach ihrer konjunkturellen Situation und den Zukunftsaussichten für die kommenden sechs Monate. Verwiesen im vergangenen Jahr noch 17,8 Prozent der Unternehmen auf gestiegene Umsätze, sind es derzeit schon 22,6 Prozent. Dagegen fiel der Anteil an unternehmensnahen Dienstleistern, die in den vergangenen sechs Monaten Umsatzeinbußen zu verkraften hatten - und zwar von 31,1 Prozent im Sommer des vergangenen Jahres auf jetzt 19,4 Prozent.

Auch die Ertragslage hat sich verbessert: Berichteten im Sommer vorigen Jahres noch 15,6 Prozent der Befragten von gestiegenen Gewinnen, sind es derzeit schon 22,6 Prozent. Ertragseinbußen muss noch nicht einmal mehr jeder vierte unternehmensnahe Dienstleistungsbetrieb hinnehmen: Es sind nur 19,4 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es noch 35,6 Prozent.

Bei den Angaben zur künftigen Umsatzsituation öffnet sich die Schere: Nur noch 22,6 Prozent der Unternehmen hoffen auf steigende Umsätze innerhalb der nächsten sechs Monate. 2005 waren es 24,4 Prozent. Noch nicht einmal jedes zehnte Unternehmen befürchtet Umsatzeinbrüche: Exakt bei 9,7 Prozent der befragten Firmen ist das der Fall; im Sommer 2005 waren es 26,7 Prozent. Deutlich positiver bewerten die Dienstleister in Sachsen ihre künftige Ertragssituation: Setzten im vergangenen Sommer noch 28,9 Prozent auf mehr Gewinne, sind es derzeit schon 35,5 Prozent. Sinkende Erträge erwartet noch knapp jedes vierte Unternehmen (19,4 Prozent im Vergleich mit 20 Prozent aus dem vorigen Jahr). Damit stieg der Saldo der künftigen Ertragslage im Jahresverlauf von 8,9 auf 16,1 Prozent.

Verbessert hat sich erfreulicherweise auch die zukünftige Personalplanung: Wollten im Sommer vergangenen Jahres nur 18,2 Prozent der Unternehmen ihren Personalbestand aufstocken, sind es momentan schon 22,6 Prozent. Sich von Mitarbeitern trennen wollen nur noch 9,7 Prozent - im vergangenen Jahr waren es noch 15,9 Prozent.



Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.

 

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