Leicht bewölkt
Sachsenbarometer. Im Handel hat sich das Klima verbessert, die Wirtschaft gibt sich unentschlossen.
Dresden. In Sachsens Wirtschaft hat sich das Geschäftsklima im Juni nach einer Verbesserung zuvor wieder etwas eingetrübt - gegen den Deutschlandtrend. Verantwortlich hierfür war in erster Linie eine Verschlechterung im Bauhauptgewerbe. Im Handel hat sich das Klima nochmals deutlich verbessert.
Verarbeitendes Gewerbe
Die Geschäftslage wurde etwas weniger günstig beurteilt als im Vormonat. Die Auftragsbestände und die Produktion dürften dennoch erneut kräftig zugenommen haben. Für das zweite Halbjahr erwarten die Unternehmen mehrheitlich eine weitere Verbesserung. Trotz möglicher Abschwächung der US-Konjunktur wird häufiger mit einer Zunahme des Exports gerechnet.
Bauhauptgewerbe
Das Geschäftsklima hat sich spürbar verschlechtert. Vor allem die Zukunftsaussichten werden deutlich pessimistischer beurteilt. Die aktuelle Lage ist mit einer Geräteauslastung von 77 Prozent und einem Auftragsbestand von 2,4 Monaten aber immer noch besser als vor einem Jahr. Allerdings mangelt es vor allem im Hochbau an Aufträgen. Der Preisdruck scheint im Tiefbau aber noch höher zu sein.
Handel
Die Zahl der Großhändler, die ihre Lage mit „gut" beurteilen, hat weiter zugenommen. Auch der Optimismus für die kommenden Monate ist wieder gestiegen. Die Verkaufspreise werden derzeit offenbar deutlich erhöht. Nach mehr als zehn Jahren beurteilten die Einzelhandelsfirmen ihre Geschäftslage erstmals wieder als „gut". Die Händler berichteten über steigende Umsätze und sehen ihren Lagerbestand nur noch selten als zu groß.
Firmenpleiten
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Sachsen ist im ersten Halbjahr 2006 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,3 Prozent auf 1 110 gesunken. Damit traten 170 Betriebe weniger den Gang zum Insolvenzgericht an als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Rückgang bei den Unternehmensinsolvenzen fällt in Sachsen etwas höher aus als im Bundesmittel mit minus 12,8 Prozent auf 16 700.
Privatinsolvenzen
Die Privatinsolvenzen legten stark zu. Im ersten Halbjahr wurden 3 200 Insolvenzen von Verbrauchern und ehemals Selbstständigen registriert - 13,3 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Damit ist die Steigerungsrate bei den Privatinsolvenzen in Sachsen niedriger als im Bundesschnitt. Deutschlandweit erhöhte sich die Zahl der Privatinsolvenzen um 28,8 Prozent auf 59 600 (1. Halbjahr 2005: 46 260). Insgesamt summieren sich die Insolvenzen für Sachsen auf 4 310 Unternehmen und Privatpersonen (plus 14,9 Prozent). In Deutschland wurden im selben Zeitraum insgesamt 76 300 Insolvenzen gezählt - ein Zuwachs von 16,6 Prozent.
Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des
Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei
Creditreform Dresden.