Das Barometer steigt
Konjunktur. Sachsens Unternehmer vergeben gute Noten für ihre Geschäftslage. Der Handel sieht die Preise steigen.
Dresden. Nach fünf Steigerungen hintereinander ist der Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands im Mai etwas zurückgegangen, meldet das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung. In Sachsen entwickelt sich die Laune der Unternehmer nicht ganz gleich zu diesem Trend: Im vorigen Monat war das Geschäftsklima etwas abgekühlt, jetzt hat es sich wieder verbessert. Die sächsischen Unternehmer beurteilten ihre Geschäftslage erneut sehr positiv. Dies spricht für die Stabilität des konjunkturellen Aufschwungs in Sachsen.
Produktion
Die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe Sachsens beurteilten ihre Lage wieder häufiger mit „gut". Der Optimismus bei den Aussichten hat in den vergangenen Monaten jedoch etwas nachgelassen. Bei anhaltend hoher Nachfrage stieg vor allem die Produktion von Grundstoffen und Produktionsgütern. Ein Teil der Lagerbestände dürfte abgebaut worden sein.
Bauhauptgewerbe
Das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe hat sich der Umfrage zufolge nochmals verbessert. Die durchschnittliche Geräteauslastung liegt mit 78 Prozent deutlich über den 70 Prozent vor Jahresfrist. Im Vergleich zum April wurde die Auftragslage allerdings etwas verhaltener beurteilt. Die Perspektiven waren insgesamt wieder verstärkt von Zuversicht geprägt. Den Meldungen zufolge dürfte der Druck auf die Baupreise in den nächsten Monaten etwas abnehmen.
Handel
Im Großhandel wurde die Geschäftslage bei kräftig steigenden Umsätzen insgesamt etwas günstiger bewertet. Der zukünftigen Entwicklung blickten die Unternehmen allerdings nochmals verhaltener entgegen. Die Einzelhandelsfirmen beurteilten ihre Geschäfts- und Umsatzlage erneut besser als vor Jahresfrist. In den nächsten Monaten dürften die Verkaufspreise weiter zunehmen.
Finanzierung
Die Ertragssituation im sächsischen Mittelstand hat sich positiv entwickelt: Im Frühjahr vorigen Jahres meldeten lediglich 2,9 Prozent der Befragten steigende Erträge. Nun sind es 6,4 Prozent. Noch deutlicher werden die Verbesserungen bei der Zahl der Unternehmen, die im vergangenen Jahr sinkende Erträge verbuchten. Vor einem Jahr waren es 67 Prozent - im Frühjahr 2006 sind es noch 41 Prozent. Reduziert hat sich allerdings die Zahl der Unternehmen, die ausreichend mit Eigenkapital versorgt sind: Mehr als 30 Prozent der Bilanzsumme - das melden lediglich 14 Prozent der Betriebe.
Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des
Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei
Creditreform Dresden.