Frühlings-Triebe
Konjunktur. Sachsens Unternehmer zeigen sich optimistisch. Nach einer Stagnation im vorigen Jahr ist 2006 mehr drin.
Dresden. Frühlingsgefühle in der Wirtschaft: Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im März nochmals gestiegen. In Sachsen hat sich das Geschäftsklima ebenfalls verbessert. Zum Frühlingsanfang bewerteten die sächsischen Unternehmen sowohl die aktuelle Lage als auch die Perspektiven optimistischer.
Das hat Sachsens Wirtschaft auch nötig, wie gestern die jüngsten Konjunkturzahlen des Statistischen Landesamtes in Kamenz zeigten: Voriges Jahr gab es kein Wachstum mehr: Um genau genommen 0,1 Prozent wuchs das Bruttoinlandsprodukt, also der Wert aller hergestellten Güter und Dienstleistungen.
In allen Branchen zeigen aber die Trends nach oben. Im verarbeitenden Gewerbe Sachsens profitieren offenbar vor allem der Maschinenbau
und die Elektrotechnik von einer steigenden Nachfrage. Eine ausgesprochen günstige Geschäftslage meldeten zudem die Firmen im Holz- und Textilgewerbe.
Das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe hellte sich ebenfalls auf, besonders im Tiefbau. Die Unternehmen erhoffen sich offenbar zusätzliche Aufträge aus der Beseitigung von Winterschäden. Der Auftragsbestand reicht allerdings maximal für drei Monate. Im Großhandel war das Klima weiter besser als in den Vorjahren - trotz eines Dämpfers. Die Lager waren offenbar wieder etwas voller. Was sich jedoch schnell ändern könnte, denn erstmals seit langem wollen die sächsischen Einzelhändler ihre Bestellungen ausweiten.
Handwerk atmet auf
Im bislang gebeutelten Handwerk melden sich die Frühlingsboten lautstark. Die Umsatz- und Geschäftslage ist deutlich besser als vor einem Jahr. Inzwischen bewerten wieder 34,5 Prozent der befragten Handwerksbetriebe in Sachsen ihre Geschäftslage mit sehr gut oder gut. Parallel dazu erhöhte sich auch die Zahl der Betriebe, die auf steigende Umsätze verweisen: von 18 Prozent im Frühjahr 2004 auf derzeit 26 Prozent.
Erfreulich sind auch die Angaben zum Personal: Gaben vor einem Jahr nur 11,3 Prozent der Befragten an, neue Mitarbeiter eingestellt zu haben, sind das jetzt 18,1 Prozent.
Auf die Investitionsneigung wirkte sich die gute Umsatzentwicklung allerdings noch nicht so aus: Mit 47,3 Prozent investitionsbereiter Handwerker liegt dieser Wert nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Auch beim Eigenkapital bleiben Wünsche offen. Verfügten im Frühjahr 2004 noch 13 Prozent der Firmen über eine Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent, sind es zurzeit nicht mehr als 13,9 Prozent. Damit liegt Sachsen aber über dem Durchschnitt der ostdeutschen Länder: Der liegt bei 12,4 Prozent. Die Schwierigkeiten mit insolventen Kunden nehmen ab.
Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des
Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei
Creditreform Dresden.