Aufsteigende Äste
Sachsenbarometer. Wie im Rest der Republik ist auch Sachsens Wirtschaft optimistisch.
Dresden. Der Geschäftsklimaindex des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Januar kräftig gestiegen - ebenfalls in Sachsen. Die konjunkturelle Belebung gewinnt offenbar an Kraft.
Industrie
Die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes beurteilten ihre Geschäftslage unverändert positiv. Der Optimismus zu den Perspektiven schwächte sich allerdings etwas ab. Bei steigenden Auftragsbeständen dürfte sich die Produktion nochmals erhöht haben. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung erreicht inzwischen fast 82 Prozent.
Bau
Die Perspektiven der Baufirmen haben sich deutlich aufgehellt. Maßgeblich hierfür dürfte das Konjunkturpaket der Bundesregierung sein, das unter anderem die Förderung von Gebäudesanierungen und zusätzliche Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur vorsieht. Die aktuelle Situation wurde jedoch weiterhin zumeist mit „schlecht" beurteilt. 40 Prozent der Firmen klagten über einen Auftragsmangel, 56 Prozent über das Winterwetter.
Handel
Im Großhandel dürfte der Umsatz bei steigenden Verkaufspreisen erneut höher ausgefallen sein als vor Jahresfrist. Die Bestellpläne wurden nach oben korrigiert. Auch das Geschäftsklima im Einzelhandel verbesserte sich erneut. Die Unternehmen blickten insgesamt mit mehr Zuversicht in die Zukunft.
Gründungsgeschehen
2005 stieg im dritten Jahr in Folge stieg die Zahl der Unternehmensgründungen in Sachsen: 46 600 neue Firmen trugen sich in die Register ein. Das entspricht einer Zunahme von 3,8 Prozent. Damit entwickelte sich Sachsen gegen den deutschen Trend (siehe Grafik). Stark zu nahm aber auch die Zahl der Liquidationen in Sachsen: Wurden im vorigen Jahr noch 32 600 Firmen aus den Registern gelöscht, sind es aktuell 36 200. Das entspricht einer Zunahme von elf Prozent.
Der Saldo aus An- und Abmeldungen liegt derzeit tiefer als noch vor einem Jahr, aber immer noch deutlich im positiven Bereich: bei 10 400 Betrieben. 2004 betrug der Saldo noch 12 300. Zum Vergleich: 2002 lag der Saldo mit 1 600 Unternehmen nur knapp über der Nullmarke.
Nicht jede Unternehmenseintragung bedeutet zwangsläufig auch die Aufnahme wirtschaftlicher Tätigkeit. Darum selektiert die Wirtschaftsauskunftei Creditreform zusätzlich die Unternehmen, die durch Geschäftsabschlüsse, Investitionen oder Arbeitsplatzschaffung gekennzeichnet sind. In Deutschland wurden nach diesen Kriterien 155 000 Unternehmen neu gegründet. Das ist ein Rückgang um 10 000 Betriebe im Vergleich zu 2004.
Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des
Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei
Creditreform Dresden.