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Sachsens Industrie zeigt gute Laune

Mittelstand. Während das Sachsenbarometer vom Bau gedrückt wird, geht es der Industrie so gut wie seit vier Jahren nicht.

Dresden. Der Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist zwar im Oktober erneut gestiegen. In Sachsen allerdings hat sich das Geschäftsklima nach einer deutlichen Verbesserung in den vorigen beiden Monaten wieder verschlechtert, meldet das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung. Maßgeblich dafür war in erster Linie die Stimmungsverschlechterung im Baugewerbe.

Sachsenbarometer 10/2005

Industrie: Lage bestens
Die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe Sachsens beurteilen die Geschäftslage so gut wie seit vier Jahren nicht mehr. Die durchschnittliche Auslastung der Geräte lag den Meldungen zufolge bei 83 Prozent - etwas höher als vor Jahresfrist. Die durchschnittliche Reichweite der Aufträge ist ebenfalls gestiegen. Im Vergleich zum vorigen Jahr nahm sie von 2,2 auf 2,4 Monate zu. Das positive Gesamtbild wird jedoch durch die Angaben zu den Perspektiven getrübt. Die Geschäftsaussichten werden nämlich deutlich verhaltener bewertet als in den letzten Monaten.

Bau-Klima schlechter
Im sächsischen Bauhauptgewerbe haben sich die Geschäftsaussichten ebenfalls verschlechtert. 51 Prozent der Hochbaufirmen berichteten zudem über einen Mangel an Aufträgen - und 23 Prozent der Tiefbaufirmen. Dennoch wurde die Geräteauslastung anscheinend erhöht: Sie ist im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich von 67 auf 70 Prozent gestiegen. Die Reichweite der Aufträge blieb im gleichen Zeitraum unverändert bei 1,9 Monaten.

Grosshandel im Plus
Sachsens Großhandelsfirmen melden insgesamt steigende Verkaufspreise und ein höheres Umsatzvolumen. Dementsprechend beurteilen sie die Geschäftslage erheblich häufiger als bisher mit „gut".

Einzelhandel wie bisher
Das Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich im Oktober nur geringfügig verändert. Bei tendenziell steigenden Verkaufspreisen konnte der Gesamtumsatz anscheinend weiter stabilisiert werden.

Mittelstand pessimistisch
Bereits im Herbst 2004 urteilten Sachsens Mittelständler pessimistischer als im Jahr zuvor, wenn sie nach einer Einschätzung der konjunkturellen Lage und dem Ergehen ihres Unternehmens gefragt wurden. In der aktuellen Befragung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Mitte Oktober sacken die Bewertungen erneut ab. Vergab im vorigen Herbst noch jeder fünfte Unternehmer die Noten sehr gut und gut zur Geschäftslage, sind es jetzt nur 16,8 Prozent. Mit mangelhaft und ungenügend bezeichnen 19,8 Prozent ihre Geschäftssituation - ein Zugang um 4,8 Prozentpunkte binnen Jahresfrist.

Umsatz eher fallend
Die Zahl der Unternehmen, die auf steigende Umsätze verweisen können, halbierte sich nahezu: Verzeichneten im Herbst 2004 noch 36,8 Prozent der befragten Unternehmen steigende Umsätze, sind es aktuell nur noch 19,8 Prozent. Dagegen musste jedes vierte Unternehmen mit Umsatzeinbußen kämpfen. Parallel zur Abnahme bei den Umsätzen verläuft auch die Ertragsentwicklung: 16 Prozent der Mittelständler in Sachsen berichten von gestiegenen Erträgen (Vorjahr: 20,3 Prozent). Rückläufige Erträge müssen aktuell 42 Prozent verkraften - vor einem Jahr waren es noch 34,6 Prozent.

Personal aufgestockt
Trotz der schlechteren Aussagen zur Lage wollen mehr Betriebe investieren: 35,1 Prozent der Unternehmen in Sachsen möchten im nächsten halben Jahr Investitionen tätigen - das sind 7,3 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Eine weitere positive Entwicklung offenbart sich bei der Personalentwicklung: 23,7 Prozent der Mittelständler haben im vergangenen halben Jahr ihr Personal aufgestockt - im Herbst 2004 waren es lediglich 15,8 Prozent. 13,7 Prozent mussten sich von Mitarbeitern trennen - das sind 6,6 Prozentpunkte weniger.



Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.

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