Sachsens Firmen optimistisch
Sachsenbarometer. Das Geschäftsklima im Freistaat verbessert sich. Auch die IT-Dienstleister erwarten mehr Umsatz, aber mit weniger Leuten.
Dresden. Dem Ölpreis und steigenden Energiekosten zum Trotz ist der Ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands im September gestiegen. Auch in Sachsen hat sich das Geschäftsklima verbessert. In den vergangenen zwei Monaten beurteilten die sächsischen Unternehmen sowohl die Lage als auch die Perspektiven deutlich optimistischer als zu Beginn des Jahres. Die Umfrageergebnisse nähren die Hoffnung, dass sich die sächsische Wirtschaft im zweiten Halbjahr besser entwickelt als im ersten Halbjahr.
Industrie
Sachsens Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe haben im September häufiger steigende Auftragseingänge und eine zunehmende Produktion gemeldet als im Monat zuvor. Besonders starke Produktionsausweitungen gab es offenbar bei den Herstellern von Investitionsgütern und im Nahrungs- und Genussmittelgewerbe. In den Meldungen zu den Geschäftserwartungen zeigte sich erneut viel Zuversicht. Erstmals seit über vier Jahren werden tendenziell mehr Einstellungen als Entlassungen geplant.
Baugewerbe
Die Unternehmen im Bauhauptgewerbe bezeichneten ihre Geschäftslage in den vergangenen Monaten etwas weniger häufig mit „schlecht". Dennoch wurde weiterhin über zu geringe Auftragsbestände berichtet. 49 Prozent der Hochbaufirmen und 24 Prozent der Tiefbaufirmen klagten über einen Mangel an Aufträgen. Die durchschnittliche Geräteauslastung erreichte 68,7 Prozent. Die mittlere Reichweite der Auftragsbestände lag wie im Vormonat bei zwei Monaten.
Grosshandel
Im Grosshandel wurde die aktuelle Lage ebenfalls etwas günstiger beurteilt als in den Vormonaten. Die überhöhten Lagerbestände konnten offenbar trotz eines leichten Umsatzrückgangs deutlich reduziert werden.
Einzelhandel
Das Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich weiter aufgehellt. Den Meldungen zufolge konnten vereinzelt auch höhere Verkaufspreise durchgesetzt werden. In den Vormonaten klagten die Einzelhändler dagegen noch mehrheitlich über sinkende Verkaufspreise.
IKT-Dienstleister
Im zweiten Quartal diesen Jahres führte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform zusammen mit dem Mannheimer Wirtschaftsinstitut ZEW eine Konjunkturumfrage bei den Dienstleistern der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) durch. Ergebnis: Die Branche blickt optimistischer in die Zukunft als vor einem Jahr, die Personalplanung hingegen fällt deutlich schlechter aus.
Ihre derzeitige Umsatzsituation beurteilten Sachsens meist mittelständische IKT-Dienstleister im zweiten Quartal 2005 schlechter als im Zeitraum April bis Juni 2004: 17,8 Prozent berichten von gestiegenen Umsätzen, 2004 war es nur jeder fünfte Betrieb (20,0 Prozent). Dagegen mussten 31,1 Prozent fallende Umsätze hinnehmen - 4,4 Prozentpunkte mehr als im zweiten Quartal 2004. Die Beurteilung der aktuellen Ertragslage fiel hingegen positiver aus: 15,6 Prozent der Befragten berichten von gestiegenen Erträgen gegenüber 9,1 Prozent im Vergleichszeitraum 2004. Allerdings mussten auch mehr Unternehmen Ertragseinbußen hinnehmen, nämlich 35,6 Prozent im Gegensatz zu 29,5 Prozent im Jahr zuvor.
Umsatzerwartung
Alle Hoffnungen ruhen - so scheint es - auf der künftigen Entwicklung: Fast jedes vierte befragte Unternehmen (24,4 Prozent) hofft auf steigende Umsätze und 26,7 Prozent befürchten sinkende. Vor einem Jahr gingen nur 20 Prozent von steigenden Umsätzen aus. Nicht ganz so optimistisch verhält es sich mit den Ertragsaussichten: 28,9 Prozent der sächsischen IKT-Dienstleister gehen davon aus, in den kommenden sechs Monaten mehr Erträge erwirtschaften zu können. Im zweiten Quartal 2004 waren es 23,3 Prozent. Aber jedes fünfte Unternehmen rechnet mit Ertragseinbußen, vor einem Jahr waren es 16,4 Prozent. Insgesamt gesehen stieg der Saldo aus Gewinnerwartungen und -rückgängen von sieben Prozent im zweiten Quartal 2004 auf aktuell 8,9 Prozent an.
Beschäftigung
Pessimistisch sind dagegen die Ergebnisse zur künftigen Personalplanung: Wollten im zweiten Quartal 2004 noch 31,1 Prozent der Befragten neue Mitarbeiter einstellen, sind es aktuell nur noch 18,2 Prozent. Und 15,9 Prozent planen, sich von Mitarbeitern zu trennen. Im zweiten Quartal des Vorjahres waren es nur 8,9 Prozent.
Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des
Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei
Creditreform Dresden.