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Sächsische Wirtschaft zeigt sich robust

Das Geschäftsklima in Sachsen verbessert sich entgegen dem bundesweiten Trend. Der Preiskampf hält aber an.

Dresden. Nach einer Eintrübung im Juli hat sich das Geschäftsklima in Sachsen im August wieder kräftig verbessert. Dagegen ist der Ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands etwas zurückgegangen. Die Entwicklung des Indikators wurde durch das hohe Ölpreisniveau gedämpft.

Sachsenbarometer 08/2005

Industrie
Die sächsischen Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe bewerteten die Geschäftslage erheblich häufiger als im Vormonat mit "gut". Insbesondere Unternehmen aus dem Maschinenbau und der chemischen Industrie meldeten einen Nachfrageschub und eine gesteigerte Produktion. Die Mehrheit der befragten Industriefirmen erwartet, dass die Geschäftslage im nächsten halben Jahr "eher günstiger" sein wird. Die Exportmöglichkeiten wurden so optimistisch beurteilt wie seit Jahren nicht mehr.

Bauwirtschaft
Im sächsischen Bauhauptgewerbe beurteilte wie im Juli mehr als jedes dritte Unternehmen die aktuelle Situation als "schlecht". Im Tiefbau wurde die Geschäftslage allerdings erneut günstiger beurteilt als im Hochbau. Im Hochbau reichten die Auftragsbestände durchschnittlich für 1,7 Monate, im Tiefbau für 2,3 Monate. Insgesamt klagten 41 Prozent der Baufirmen über einen Auftragsmangel. Die durchschnittliche Geräteauslastung übertrifft mit 71 Prozent die Auslastung von 68,2 Prozent aus dem Vormonat.

Grosshandel
Die Grosshandelsfirmen beurteilten ihre Geschäftslage etwas weniger ungünstig als im Juli. Bei erneut steigenden Verkaufspreisen verzeichnen die Unternehmen offenbar mehr Umsatz als im Vorjahr.

Einzelhandel
Auch im Einzelhandel hat sich das Geschäftsklima aufgehellt. In den letzten Monaten beurteilten die Einzelhändler ihre Umsatzlage weniger ungünstig als vor einem Jahr. Insgesamt blicken die Handelsfirmen deutlich zuversichtlicher in die Zukunft.

Preissituation
"Der Wettbewerb ist knallhart in Deutschland" äußerte sich der Generalsekretär des Deutschen Handwerks, Hanns-Eberhard Schleyer im März dieses Jahres. Sachsens Mittelständler sehen das ähnlich. In einer Creditreform-Befragung sagten 53,3 Prozent der Unternehmer, sie befänden sich momentan in einem "Preiskrieg". Weitere 21,2 Prozent gaben an, in größerem Umfang Rabattaktionen gewähren zu müssen. Nur 21,9 Prozent könnten ihre kalkulierten Preise durchsetzen.

Für die nächsten zwölf Monate befürchten 38,7 Prozent der Befragten eine weitere Verschlechterung der Preissituation. Knapp zwei Drittel (61,3 Prozent) gehen davon aus, dass sie gleich bleibt. Mit einer Verbesserung der Preislage rechnet indessen keiner der Befragten. In Gesamtdeutschland erwarten 61,8 Prozent der Unternehmen ein Gleichbleiben der Situation. Allerdings befürchten lediglich 31,2 Prozent eine Verschlechterung.

Preisbildung
Bei der Preisbildung vergleicht ein gutes Fünftel von Sachsens Mittelständlern die Wettbewerbssituation und die Zahlungsbereitschaft der Kunden mit den entstehenden Kosten und kalkuliert danach seine Preise. 19 Prozent kalkulieren ihre Kosten und korrigieren eventuell anschließend. 18,2 Prozent berechnen die Kosten und schlagen danach eine feste Spanne oben drauf.

Preistrennung
44,5 Prozent der sächsischen Unternehmen geben an, unterschiedliche Preise für verschiedene Kundengruppen festzulegen. 22,6 Prozent bieten Produkt- beziehungsweise Dienstleistungspakete an. 19 Prozent geben Mengenrabatte. Preisnachlässe zu bestimmten Zeiten wie etwa Jahres- oder Tageszeiten werden nur von 5,8 Prozent der Betriebe angeboten.



Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.

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