Die Stimmung steigt
Die Händler im Freistaat sind wieder etwas besser gelaunt. Auch aus der Industrie kommen erfreuliche Signale.
Dresden. Nach einem kontinuierlichen Rückgang in den vergangenen Monaten ist der Ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands im Juni wieder leicht gestiegen. Auch in Sachsen hat sich das Geschäftsklima verbessert. In fast allen Bereichen der gewerblichen Wirtschaft Sachsens wurden sowohl die Lage als auch die Perspektiven wieder günstiger beurteilt.
Industrie produziert mehr
Die sächsischen Industrieunternehmen bezeichneten ihre Geschäftslage wieder häufiger mit „gut". Im Vergleich zum Vormonat wurde insgesamt häufiger über einen Anstieg von Nachfrage und Auftragseingang berichtet. Infolge dessen dürfte es insbesondere im Grundstoff- und Produktionsgütergewerbe zu Produktionsausweitungen gekommen sein. Die Unternehmen blickten zudem etwas optimistischer in die Zukunft. Ihre Exporterwartungen haben sich offenbar im Zusammenhang mit der jüngsten Euro-Abwertung wieder verbessert.
Bau: Lage verschlechtert
Im Bauhauptgewerbe wurden die Perspektiven etwas günstiger, die aktuelle Lage hingegen nochmals ungünstiger beurteilt. Mehr als jedes dritte Unternehmen berichtete über einen gesunkenen Auftragsbestand. Die durchschnittliche Reichweite der Aufträge nahm im Vergleich zum Vormonat von 2,1 Prozent auf 1,9 Prozent ab. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung lag mit 64 Prozent erneut unter dem Vorjahresniveau. Damals waren noch fast 72 Prozent der Kapazitäten am Bau als ausgelastet gemeldet worden.
Grosshandel besser
Die Geschäftslage im sächsischen Großhandel wurde etwas günstiger als in den vorherigen beiden Monaten bewertet. Der Umsatz ist insgesamt jedoch anscheinend erneut unter das Niveau vor Jahresfrist gesunken. In den Geschäftserwartungen zeigte sich dagegen mehr Zuversicht bei den sächsischen Großhändlern, die an der Befragung des Ifo-Instituts teilnahmen.
Einzelhandel stabilisiert
Im sächsischen Einzelhandel hat sich das Geschäftsklima in den vergangenen Monaten zunehmend verbessert. Den Unternehmensangaben zufolge konnte sich die Umsatzlage zuletzt weiter stabilisieren.
Weniger Firmenpleiten
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Sachsen ist im Verlauf des ersten halben Jahres 2005 um 10,7 Prozent gesunken. Es traf 1 090 Firmen im Freistaat. Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres mussten dagegen noch 1 220 Betriebe den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Damit verzeichnet Sachsen einen stärkeren Rückgang bei den Firmenpleiten als Gesamtdeutschland: Dort sank die Zahl der betroffenen Unternehmen um 6,2 Prozent auf 18 700.
Die Insolvenzen von Privatpersonen nahmen hingegen ungebremst zu: 2 670 Verbraucher und ehemals selbstständig Tätige beantragten in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres die Restschuldbefreiung. Das sind 34 Prozent oder 680 Betroffene mehr als noch im ersten Halbjahr 2004. In Deutschland insgesamt verzeichneten die Insolvenzgerichte bei Privatpersonen einen Anstieg um 19 Prozent auf 43 900 Betroffene. Damit liegt Sachsen deutlich über der durchschnittlichen Steigerungsrate.
Insgesamt summieren sich die Insolvenzen für Sachsen im ersten Halbjahr auf 3 760 Unternehmen und Privatpersonen, was einem Anstieg um 17 Prozent oder 550 Fälle entspricht. In Deutschland waren im selben Zeitraum 62 600 Insolvenzen insgesamt zu zählen.
Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des
Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei
Creditreform Dresden.