Alles neu macht der Mai - von wegen

Dresden. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland ist im Mai weiter gefallen. Das Sachsenbarometer konnte sich dem nicht entziehen.

Sachsenbarometer 05/2005

Industrie

Im verarbeitenden Gewerbe Sachsens wurden sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen ungünstiger bewertet. Schlechtere Beurteilungen kamen vor allem aus dem Investitionsgüter produzierenden Sektor und der Elektrotechnik. Hingegen hat die Druckerei- und Vervielfältigungsbranche offenbar einen Nachfrageschub erhalten. Die Exporterwartungen haben sich verschlechtert. Der Auftragsbestand wurde häufiger als unzureichend empfunden.

Bauwirtschaft

Die Geschäftserwartungen im Bauhauptgewerbe, vor allem im Tiefbau, haben sich inzwischen wieder eingetrübt. Insgesamt wurde mit einem Rückgang der Bautätigkeit in den nächsten drei Monaten und fallenden Baupreisen gerechnet. Die Mehrheit der Befragten bezeichnete ihren Auftragsbestand weiter als "zu klein". Trotzdem ist die Geräteauslastung gestiegen und erreichte mehr als 70 Prozent.

Handel

Auch Sachsens Großhändler sahen im Mai insgesamt pessimistischer in die Zukunft. Dies schlug sich in den Bestellplänen nieder. Der gemeldete Umsatzrückgang hat sich aber im Vergleich zu den Vormonaten deutlich abgeschwächt. Nur im Einzelhandel verbesserte sich das Geschäftsklima, wurde die Lage weniger schlecht bewertet. Insgesamt wurden weiterhin steigende Verkaufspreise erwartet.

Finanzierung


Die Ertragslage im Mittelstand verschlechterte sich binnen Jahresfrist: Gaben im Frühjahr 2004 noch 7,3 Prozent der Befragten an, ihre Erträge hätten sich im letzten halben Jahr verbessert, sind es aktuell nur noch 2,9 Prozent. Mehr als zwei Drittel der Unternehmer (67,2 Prozent) mussten aber einbrechende Erträge verkraften. Im Frühjahr 2004 waren es 61,2 Prozent.

Zukunftsperspektiven

Dramatischer entwickelten sich die Zukunftsperspektiven. Hofften im Frühjahr 2004 noch 22,4 Prozent der Befragten auf steigende Erträge, sind es aktuell nur noch 12,4 Prozent - zehn Prozentpunkte weniger als noch vor einem Jahr. Dagegen stehen 44,5 Prozent, die mit rückläufigen Gewinnen rechnen - eine Zunahme um 17,2 Prozentpunkte (Frühjahr 2004: 27,3 Prozent).

Sachsenbarometer 05/2005

Eigenkapital

Einen Lichtblick stellt hingegen die Entwicklung der Eigenkapitalsituation dar (Grafik): Verfügten im Frühjahr 2004 nur 16,4 Prozent der Betriebe über eine Eigenkapitaldecke von mehr als 30 Prozent im Verhältnis zur Bilanzsumme, sind es aktuell 21,2 Prozent der Unternehmen. Dagegen sank der Anteil der unterkapitalisierten Betriebe (weniger als zehn Prozent haftendes Eigenkapital) im Jahresverlauf um 3,3 Prozentpunkte auf 34,3 Prozent (Frühjahr 2004: 37,6 Prozent).

Insolvenzen

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen bleibt rückläufig: Mussten 2003 noch 2 460 Betriebe den Gang zum Insolvenzgericht antreten, waren es 2004 nur noch 2 350. Die Insolvenzen von Privatpersonen steigen dagegen weiter an und liegen deutlich über der Zahl der Firmenpleiten. 4 100 Privatpersonen mussten 2004 Insolvenz beantragen, 2003 waren es noch 3 110.



Das Sachsenbarometer, der Wirtschaftsindikator der SZ, erscheint monatlich in Kooperation mit der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Dresden.

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