zur Startseite Stadtansicht
Bei Fragen nutzen Sie unsere Hotline
 
Wussten Sie schon, dass

... Sie als Creditreform Mitglied kostenlos am Zahlungserfahrungspool teilnehmen können und damit auf knapp 70 Mio. externe Zahlungserfahrungen zugreifen können?

Hier informieren

Startseite » Pressemitteilungen »25.08.2009: Insolvenzatlas Sachsen 2009

Wirtschafts- und Finanzmarktkrise drückt auf sächsisches Gastgewerbe und Logistik

Regionencheck von Creditreform stellt Risikostruktur des Bundeslandes Sachsen dar. Ziel ist, Gefährdungs- aber auch Chancenpotenziale aufzuzeigen.

Auch die sächsischen Unternehmen leiden unter dem Druck der schweren Wirtschafts- und Finanzmarktkrise. Besonders das Gastgewerbe und die Branche Verkehr- und Nachrichtenübermittlung sind von massiven Ausfallrisiken betroffen. Daher treten die Fragen nach Bonität, Insolvenz und Risiko in den letzten Wochen und Monaten im Zusammenhang mit der globalen Finanz- und Wirtschaftkrise immer stärker in den Vordergrund. Auch im wirtschaftlichen Alltag vieler Mittelständler spielen diese Aspekte eine zunehmend wichtige Rolle. So wird der Ausgang von Kreditgesprächen mit Banken oder von Verhandlungen mit Lieferanten und Leasinggesellschaften maßgeblich von der Bonitätsbewertung bestimmt.

Der vorliegende Regionencheck dient als Instrument zur Darstellung der Risikostruktur in Sachsen. Das untersuchte Bundesland Sachsen umfasst insgesamt 214.866 Unternehmen, davon 10.866 im Gastgewerbe. Von diesen fallen hochgerechnet auf das gesamte Jahr 2009 480 Unternehmen aus. Mit einem Creditreform-Risiko-Indikator (CRI) von 4,42 Prozent stellt das Gastgewerbe damit die Branche mit dem höchsten Ausfallrisiko in Sachsen dar. Platz zwei belegt „Verkehr- und Nachrichtenübermittlung" mit einem CRI von 3,34 Prozent, gefolgt vom Baugewerbe mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 2,95 Prozent.

Insgesamt wird das Bundesland Sachsen mit einem CRI von 2,36 Prozent (Vorjahr 2,37 Prozent) bewertet und der dritten Risikoklasse zugeordnet. Damit weisen die Unternehmen des Bundeslandes ein mittleres Insolvenzrisiko auf, mit steigender Tendenz. Der Blick auf die Deutschlandkarte zeigt, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit in Süddeutschland deutlich geringer ist als in Zentral- und Ostdeutschland. In Sachsen-Anhalt ist das Risiko für Unternehmen, zahlungsunfähig zu werden, am größten. Sachsen liegt im Ranking der Bundesländer im Mittelfeld.

Der Blick auf die einzelnen Kreise in Sachsen zeigt ein differenziertes Bild. So weisen die Unternehmen in den Kreisen Oberlausitz und Plauen ein hohes Ausfallrisiko auf und werden in die fünfte Risikoklasse eingruppiert. Der vierten Risikoklasse (erhöhtes Risiko) werden die Kreise Leipzig, Görlitz, Döbeln, Stollberg und Vogtlandkreis zugeordnet. Der einzige Kreis, der es in die erste Risikoklasse mit einem sehr geringen Ausfallrisiko geschafft hat, ist Annaberg. Freiberg, Zwickau, Zwickauer Land und Aue-Schwarzenberg folgen in Risikoklasse zwei mit einem geringen Ausfallrisiko. Alle weiteren Kreise rangieren in der dritten Risikoklasse.

Bonitaetsatlas Sachsen 2009

Mit dem geringfügigen Rückgang des CRI entwickelt sich Sachsen analog dem Trend über alle ostdeutschen Bundesländer hinweg (2,51 Prozent, Vorjahr 2,52 Prozent). Der CRI der deutschen Gesamtwirtschaft ist hingegen leicht angestiegen - von 2,22 Prozent im Jahr 2008 auf jetzt 2,26 Prozent. Hier wirken sich bereits die wieder ansteigende Insolvenzentwicklung bei Unternehmen sowie die negative konjunkturelle Situation in Deutschland aus.

Die verbesserungsfähige Eigenkapitalstruktur vieler Unternehmen ist sicher nur eine der Ursachen, die zur Einordnung Sachsens in die dritte Risikoklasse geführt haben. Von den 214.866 Unternehmen in Sachsen erleiden hochgerechnet auf das gesamte Jahr 2009 5.074 Unternehmen den wirtschaftlichen Zusammenbruch durch Insolvenz, Haftanordnung oder eidesstattliche Versicherung.

Neben zeitlichen und branchenspezifischen Ausfallrisiken wurde Sachsen auch nach Rechtsformklassen untersucht. Das Ergebnis zeigt: zwar gibt es in Sachsen nur insgesamt 504 Aktiengesellschaften, doch sind diese mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 3,57 Prozent (Vorjahr 3,90 Prozent) am anfälligsten für Pleiten. Mehr als die Hälfte der sächsischen Unternehmen wählen die Rechtsform des Gewerbebetriebs. Doch auch hier ist die Insolvenzanfälligkeit mit einem CRI von 2,93 Prozent (Vorjahr 2,91 Prozent) ziemlich hoch. Am geringsten von Ausfällen betroffen sind OHG und KG mit einem CRI von 0,47 Prozent.

Betrachtet man das Ausfallrisiko nach Umsatzklassen, gilt allgemein: je höher der Umsatz, desto geringer das Ausfallrisiko. Zwar haben gut 87 Prozent aller sächsischen Unternehmen einen kleinen Umsatz von weniger als 500.000 Euro, sie stehen beim Ausfallrisiko mit einem CRI von 2,34 Prozent jedoch erst an dritter Stelle. Am stärksten von Ausfällen betroffen sind in Sachsen die Unternehmen der Umsatzklassen 500.000 bis 1 Mio. Euro Umsatz (Ausfallwahrscheinlichkeit von 2,72 Prozent), gefolgt von der Umsatzklasse 1 Mio. bis 5 Mio. Euro Umsatz (CRI = 2,58 Prozent).

„In Sachsen sind insbesondere relativ große exportorientierte Unternehmen sowie Unternehmen aus der Chipindustrie, dem Automobil- und Maschinenbau von der Krise betroffen. Die sächsische Unternehmenslandschaft besteht jedoch überwiegend aus einer kleinteiligen Wirtschaftsstruktur, die es historisch bedingt gewohnt ist, innovativer und flexibler auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren und Antworten auf Krisen zu finden" so Thomas Schulz von Creditreform Dresden.

Prognose

Der von Creditreform prognostizierte CRI für 2010 liegt in Sachsen bei 2,49 Prozent. Es ist also davon auszugehen, dass die Insolvenzzahlen sowie die Anzahl der eidesstattlichen Versicherungen und auch der Haftanordnungen zu deren Abgabe im kommenden Jahr im Unternehmensbereich weiter ansteigen werden.


Datengrundlage der Analyse ist die Creditreform Wirtschaftsdatenbank mit über 3,9 Millionen Datensätzen zu deutschen Unternehmen. Durch stichtagsbezogene Selektionen werden die Anzahl der Unternehmen sowie die Anzahl der ausgefallenen Firmen je Region ausgewiesen. Dabei berücksichtigt der Regionencheck Sachsen nicht nur Insolvenzverfahren der Unternehmen. Das Vorliegen eines Ausfalls wird darüber hinaus auch durch die Negativmerkmale Verbraucherinsolvenzverfahren von unternehmerisch tätigen Personen, sonstige Insolvenzverfahren, Haftanordnung zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung und Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung angezeigt. Auf dieser Datengrundlage wird der Creditreform-Risiko-Indikator (CRI in Prozent) errechnet, der die Ausfallwahrscheinlichkeit der Unternehmen einer Region misst und eine Zuordnung in eine von sechs Risikoklassen ermöglicht. Der Regionencheck wurde von Creditreform Dresden in Zusammenarbeit mit der Creditreform Rating AG erstellt.

(Zeichen: 6.499)
Dresden, 25. August 2009

Informieren Sie sich über die Vorteile!

Links

Pfeil blau Bonitätsatlas
Gefährdete / erfolgversprechende Regionen werden strukturiert analysiert und durch grafische Aufbereitungen schnell ersichtlich

Pfeil blau Regionencheck
Der Creditreform Regionencheck stellt die Risikostruktur von Regionen dar und zeigt Gefährdungspotenziale auf.

Downloads

SZ, 25.08.2009: Sachsen kommt ohne große Pleitewelle durch die Krise
Beitrag zum Regionencheck in der Sächsischen Zeitung vom 25.08.2009(663,00 kByte)

 

NEU! Bonitätsatlas 2009


Risikoklassen für alle deutschen/sächsischen Kreise


Schuldneratlas Teaser


 
 
 
Seite drucken nach oben
Startseite Impressum Anfahrt Sitemap Presse
(c) Creditreform Dresden | Augsburger Str. 3 | D-01309 Dresden
Tel: +49 351 4444-444 | Fax: +49 351 4444-555 | E-Mail: info@dresden.creditreform.de