Zahlungsverzögerungen haben leicht zugenommen
Zahlungsverhalten der sächsischen Unternehmen im 1. Quartal 2010
Im Frühjahr 2010 erhöhten sich die Zahlungsverzögerungen in Sachsen leicht. Nachdem die eingeräumte Zahlungsfrist verstrichen ist, musste sich ein Gläubiger weitere 12,60 Tage gedulden, bis der säumige Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nachkam (Vorquartal: 12,13 Tage). Im Vorjahr lag der mittlere Zahlungsverzug der sächsischen Unternehmen allerdings noch bei 13,28 Tagen. Für die Auswertung wurden 180.000 Rechnungsbelege berücksichtigt, die bereits überfällig waren.
Einzelhändler zahlen später als vor Jahresfrist
Sehr schleppend zahlten in den letzten Monaten die sächsischen Baufirmen und Logistikunternehmen ihre Rechnungen. Im Schnitt vergehen 14,71 bzw. 14,19 Tage, bis der Gläubiger sein Geld erhält. Langsamer als vor zwölf Monaten kommen Einzelhändler und Dienstleistungsunternehmen ihren Zahlungsverpflichtungen nach. So benötigen Einzelhandelsbetriebe mittlerweile 13,27 Tage, um eine Rechnung zu begleichen - vor einem Jahr waren es noch 1,38 Tage weniger. Bei konsumnahen Dienstleistern vergehen nach Verstreichen des Zahlungsziels weitere 11,55 Tage (Vorjahr: 9,36 Tage), bis das Geld beim Gläubiger ankommt. Bei unternehmensnahen Dienstleistern sind es im Schnitt 12,98 Tage (Vorjahr: 12,34 Tage).
| Überfälligkeit | in Tagen |
| Branche | 01-2010 | 01-2009 |
| Baugewerbe | 14,71 | 14,63 |
| Chemie/Kunststoffe | 11,47 | 11,60 |
| Einzelhandel | 13,27 | 11,89 |
| Großhandel | 12,09 | 13,83 |
| Grundstoffe | 12,88 | 13,79 |
| Konsumgüter | 12,49 | 13,65 |
| Metall / Elektro | 11,85 | 12,35 |
| persönliche Dienstleistungen | 11,55 | 9,36 |
| unternehmensnahe Dienstleistungen | 12,98 | 12,34 |
| Verkehr und Logistik | 14,19 | 18,22 |
| Sachsen | 12,60 | 13,28 |
Hierzu Thomas Schulz, Prokurist bei Creditreform Dres-den:
Es gehört zum Einmaleins im Geschäftsleben, im Vorfeld die Zahlungsfähigkeit des Kunden zu überprüfen. Gerade im Mittelstand drohen sonst Liquiditätsengpässe, die die finanzielle Stabilität gefährden."
Erläuterungen:
Grundlage für die Berechnung des Zahlungsverhaltens ist das DRD - Debitorenregister Deutschland von Creditreform, in dem ca. 80 Millionen branchenübergreifende Zahlungserfahrungen über deutsche Unternehmen vorliegen. Der Zahlungsverzug eines im DRD gespeicherten Zahlungsbelegs wird in Tagen dargestellt und ermittelt sich aus der Differenz zwischen dem vereinbarten Zahlungsziel und dem tatsächlichen Zahlungseingang.
Dresden, 31.05.2010