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Startseite » Pressemitteilungen »05.11.2007: Insolvenzatlas Deutschland / Sachsen
Ausfallrisiko in Sachsen geht weiter zurück
Creditreform untersucht die Risikostruktur Sachsens und zeigt Gefährdungspotentiale nach verschiedenen Strukturmerkmalen (z.B. nach Branchen, Rechtsformen oder Umsatzklassen) auf.
Dresden, 05.11.2007 - Das Bundesland Sachsen umfasst insgesamt 210.519 Unternehmen. Davon sind, hochgerechnet auf das gesamte Jahr, ca. 4.700 Unternehmen zahlungsunfähig. Dies entspricht einem Creditreform-Risiko-Indikator (CRI) von 2,24% (Vorjahr: 2,70%). Damit liegt Sachsen wie auch in 2006 weiterhin über dem Durchschnitt aller Regionen in Deutschland (Ausfallwahrscheinlichkeit im Bundesdurchschnitt: 2,11%).
Betrachtet man die Ausfallrisiken Sachsens im Jahresver-gleich, wird jedoch deutlich, dass das Ausfallrisiko von 2002 (2,98%) bis 2007 (2,24%) abgenommen hat. Und auch für 2008 prognostiziert Creditreform für Sachsen einen weiteren Rückgang des Ausfallrisikos auf 2,23%.
Im Vergleich zu Ostdeutschland insgesamt ist das Ausfall-risiko in Sachsen deutlich geringer. Während Ostdeutschland 2002 noch mit einem Ausfallrisiko von 3,20% behaftet war, ist der Wert in 2007 schon auf 2,39% gesunken. Für 2008 geht die Prognose von einem weiteren Rückgang auf 2,38% aus.
Betrachtet man die einzelnen Branchen in Sachsen nach Ausfallrisiko, ergibt sich ein sehr differenziertes Bild. Obwohl nur 5% aller sächsischen Unternehmen im Gastgewerbe angesiedelt sind, ist diese Branche doch am stärksten von Ausfällen betroffen (CRI: 3,96%). An zweiter Stelle folgt die Verkehrs- und Nachrichtenübermittlung mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 2,93%. Mit 34.602 Unternehmen die drittgrößte Branche in Sachsen, rangiert das Baugewerbe auch bei der Ausfallwahrscheinlichkeit mit einem CRI von 2,76% an dritter Stelle.
Der Handel, mit 47.553 Unternehmen die stärkste Branche in Sachsen, hat mit einem CRI von 2,50% trotzdem mit einem mittleren Ausfallrisiko zu kämpfen. Das Grundstücks- und Wohnungswesen als zweitstärkste Branche mit 41.717 Unternehmen hat sogar nur eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 1,91%.
Am besten stehen die Branchen „Energie- und Wasserversorgung", „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung" sowie „Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen" dar. Hier können gefahrlos Geschäfte abgewickelt werden, da diese Branchen so gut wie kein Ausfallrisiko aufweisen.
Neben zeitlichen und branchenspezifischen Ausfallrisiken wurde Sachsen auch nach Rechtsformklassen untersucht. Das Ergebnis zeigt: zwar gibt es in Sachsen nur insgesamt 519 Aktiengesellschaften, doch sind diese mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 3,09% am anfälligsten für Pleiten. Fast zwei Drittel der sächsischen Unternehmen wählen die Rechtsform des Gewerbebetriebs. Doch auch hier ist die Insolvenzanfälligkeit mit einem CRI von 2,91% ziemlich hoch. Platz 3 belegt die Einzelfirma mit einem Ausfallrisiko von 2,11%. Erst an vierter Stelle landet eine Rechtsform unter der 2%-Grenze: die GmbH als drittstärkste Rechtsform weist mit einem CRI von 1,72% nur ein geringes Ausfallrisiko aus. Das kleinste Ausfallrisiko haben OHG, KG mit 1,30%, GmbH & Co. KG mit 1,02% und „Sonstige" Rechtsformen mit 0,82%.
Die letzte Untersuchung bezieht sich auf das Ausfallrisiko in Sachsen nach Umsatzklassen. Das Ergebnis zeigt: je höher der Umsatz, desto geringer das Ausfallrisiko.
Allerdings haben gut 87% aller sächsischen Unternehmen einen kleinen Umsatz von weniger als 500.000 Euro und damit das höchste Ausfallrisiko von 2,29%. Erst ab einem Umsatz zwischen 5 und 25 Mio. Euro ist das Ausfallrisiko mit einem Wert von 1,14% als gering einzustufen - das trifft in Sachsen jedoch nur auf knapp 1,5% aller Unternehmen zu.
Fazit: Den Ergebnissen zufolge wird Sachsen mit einem Risiko-Indikator von 2,24% in die Risikoklasse 3 (2006: Risikoklasse 4) eingestuft und mit einem mittleren Ausfallrisiko bewertet. Für 2008 prognostiziert Creditreform für Sachsen einen Risiko-Indikator von 2,23%, der ebenfalls in die Risikoklasse 3 fällt.
(Zeichen: 3.916)
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