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Startseite » Pressemitteilungen »15.10.2006: Insolvenzatlas Deutschland / Sachsen
Ausfallrisiko in Sachsen geht zurück
Creditreform untersucht die Risikostruktur Sachsens und zeigt Gefährdungspotentiale nach verschiedenen Strukturmerkmalen (z.B. nach Branchen, Rechtsformen oder Umsatzklassen) auf.
Dresden, 15.10.2006 - Das Bundesland Sachsen umfasst insgesamt 195.630 Unternehmen. Davon sind 5.286 Unternehmen mit Negativmerkmalen behaftet. Dies entspricht einem Risiko-Indikator von 2,70%. Damit liegt Sachsen in 2005 über dem Durchschnitt aller Regionen in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 2,42%).
Betrachtet man die Ausfallrisiken Sachsens im Jahresvergleich, wird jedoch deutlich, dass das Ausfallrisiko von 2002 (2,98%) auf 2005 abgenommen hat (2,70%). Und auch für 2006 prognostiziert Creditreform für Sachsen einen Rückgang des Ausfallrisikos auf 2,68%.
Im Vergleich zu Ostdeutschland insgesamt weist Sachsen einen geringeren Risiko-Indikator auf. Während Ostdeutschland 2002 noch mit einem Ausfallrisiko von 3,20% behaftet war, liegt der Wert in 2005 bei 3,05%. Für 2006 geht die Prognose allerdings wieder von einem geringen Anstieg auf 3,10% aus.
Blickt man auf die einzelnen Branchen in Sachsen, ergibt sich ein sehr differenziertes Bild. Die meisten Unternehmen gibt es im Handel (43.196), gefolgt vom Grundstücks- und Wohnungswesen (38.378). Rang 3 belegt das Baugewerbe mit 32.954 Unternehmen. In größerem Abstand folgt auf Platz 4 das Verarbeitende Gewerbe mit 14.846 Unternehmen.
Nach Ausfallrisiko betrachtet landet das Gastgewerbe (mit 9.879 Unternehmen auf Platz 7 der Unternehmensrangliste) mit einem Risiko von 4,66% auf Platz 1. Bei der Anzahl der Unternehmen auf Rang 8 (9.006) ist die Verkehrs- und Nachrichtenübermittlung mit 3,71% am zweitstärksten von Ausfällen betroffen. Platz 3 belegt das Baugewerbe mit 1.147 Ausfällen (3,48%), gefolgt vom Handel mit 1.287 Ausfällen (2,98%) und dem Kredit- und Versicherungsgewerbe mit 203 Ausfällen (2,81%).
Das geringste Ausfallrisiko in Sachsen haben die Branchen „Energie- und Wasserversorgung" (0,24%), „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung" (0,45%) sowie „Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen" (0,82%).
Neben zeitlichen und branchenspezifischen Ausfallrisiken wurde Sachsen auch nach Rechtsformklassen untersucht. Im Ergebnis gibt es 110.750 Gewerbebetriebe, die gleichzeitig auch das höchste Ausfallrisiko von 3,59% aufweisen. Zwar liegt die AG mit 545 Unternehmen an letzter Stelle bei der Unternehmensanzahl, doch landet sie auf Platz 2 mit einem Ausfallrisiko von 2,94%. Platz 3 belegt die Einzelfirma mit einem Ausfallrisiko von 2,21% bei 3.750 Firmen, gefolgt von der GmbH (35.911 Unternehmen) mit 2,14%. Das kleinste Ausfallrisiko wurde bei OHG, KG (0,93%) und „Sonstigen" Rechtsformen (92%) festgestellt.
Die letzte Untersuchung bezieht sich auf das Ausfallrisiko in Sachsen nach Umsatzklassen. Das Ergebnis zeigt: je höher der Umsatz, desto geringer das Ausfallrisiko.
Allerdings haben über 85% aller sächsischen Unternehmen einen kleinen Umsatz von weniger als 50.000 Euro und damit das höchste Ausfallrisiko von 2,75%. Erst ab einem Umsatz zwischen 5 und 25 Mio. Euro erreicht das Ausfallrisiko einen Wert unter 2, nämlich 1,60% - das trifft in Sachsen jedoch nur für 2.999 Unternehmen zu.
Fazit: Den Ergebnissen zufolge wird Sachsen mit einem Risiko-Indikator von 2,70% in die Risikoklasse 4 eingestuft und mit einem erhöhten Ausfallrisiko bewertet. Für 2006 prognostiziert Creditreform für Sachsen einen Risiko-Indikator von 2,68%, der jedoch immer noch unter die Risikoklasse 4 fällt.
(Zeichen: 3.482)
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