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Banken- und Hypothekenkrise: Kreditklemme für den Mittelstand wird ausbleiben - aber Unternehmenskredite werden stärker geprüft

Dresden, 23.08.2007 - Das Thema Kreditsicherheit wird wieder aktuell - das zeigt die so genannte Banken- und Hypothekenkrise. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage nach den möglichen Auswirkungen für die Kreditvergabe an Unternehmen und Privatpersonen in Deutschland.

Die Banken werden bei der Kreditvergabe an Unternehmen und Konsumenten mit einem höheren Risikobewusstsein agieren. Die Risikoaversion der Banken wird aus Sorge um die eigene Liquidität steigen. Grund dafür ist aber auch ein erhöhter Rendite- und Margenbedarf der Banken, weil die Möglichkeiten, Kreditrisiken wieder aus den eigenen Bankenbüchern zu streichen, wegfallen.

Sorge vor Kreditklemme unbegründet
Trotz dieser wahrscheinlichen Entwicklung ist die Sorge vor einer anstehenden Kreditklemme unbegründet. Unternehmen werden bei der Kreditvergabe bereits seit Basel II einer sehr genauen Risikoprüfung unterworfen. Hierbei gilt: Unternehmen mit guter Bonität erhalten ohne Probleme ihre Kredite. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Unternehmen mit schlechter Bonität hatten auch schon vor der aktuellen Krise Schwierigkeiten, an Kredite zu kommen.

Angesichts der Dominanz der Bankenfinanzierung mittelständischer Unternehmen - nach der Innenfinanzierung stehen Bankkredite hier an zweiter Stelle - sind negative Auswirkungen auf eigenkapitalschwache Unternehmen durchaus möglich. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass die Insolvenzquoten nicht zuletzt dank leicht verfügbarer Liquidität gesunken sind.

So ist das Volumen der an Unternehmen ausgereichten Kredite mit Beginn des Jahres 2006 um 20 Prozent nach oben geschnellt. Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf zuletzt 14.100 im 1. Halbjahr 2007. Das ist ein Rückgang um mehr als ein Viertel gegenüber 2005. Dieser Trend droht sich nun umzukehren.

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Grafik herunterladen: Creditreform Geschäftsentwicklung 2006, Kreditvergabe (189,00 kByte)

Bonität als entscheidende Richtgröße
Die Bonität wird in Zukunft noch mehr zum entscheidenden Unterscheidungsmerkmal bei der Kreditkonditionierung werden. Damit werden Kredite für Unternehmen mit schlechter Bonität und geringer Eigenkapitalquote zwangsläufig teurer werden. Der Blick in die USA lässt bereits erahnen, was in Deutschland in den kommenden Monaten eintreten dürfte. Dort haben sich laut Goldman Sachs die Finanzierungsbedingungen für amerikanische Unternehmen durch den Anstieg der Risikoprämien auf Unternehmenskredite und andere Faktoren in den vergangenen Wochen so verschärft, dass dies einer Anhebung des Leitzinses um rund 0,6 Prozent entspricht.

Zugang zu Konsumentenkrediten wieder schwerer
Auch der Zugang zu Konsumentenkrediten dürfte in Zukunft schwieriger werden. Der Wert der Kredite an Privatpersonen ist laut Bundesbank seit dem Jahr 2000 um 14,6 Prozent auf fast 1.017 Milliarden Euro gestiegen. Gleichzeitig gelten inzwischen 3,4 Millionen Haushalte in Deutschland als überschuldet. Laut Creditreform SchuldnerAtlas 2006 sind rund 7,2 Millionen Deutsche überschuldet. Bereits 51.600 Betroffene mussten im ersten Halbjahr 2007 Privatinsolvenz anmelden, 18,2 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Diese Zahlen lassen vermuten, dass der Kundenbonität zuletzt nicht immer die eigentlich erforderliche Bedeutung im Rahmen der Kreditvergabe durch Banken zukam - sicherlich auch vor dem Hintergrund bisher günstiger Refinanzierungsmöglichkeiten der Banken selbst. Sollten die Banken jetzt dazu übergehen, die Kreditkonditionen für Privatpersonen wieder stärker an der Kundenbonität auszurichten, wäre dies eine begrüßenswerte Kurskorrektur. Die Möglichkeit für Privatpersonen, Konsumfinanzierung über Kredite zu betreiben, würde dadurch allerdings eingeschränkt.

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