Creditreform erwartet 2009 einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen in Sachsen um 20 Prozent
Wirtschaftsabschwung treibt die Insolvenzzahlen in die Höhe
Die negativen Rückwirkungen der Finanzmarktturbulenzen auf die Kapitalversorgung des sächsischen Mittelstandes und der scharfe Konjunktureinbruch, der vor allem die Industrie und das produzierende Gewerbe hart trifft, wird 2009 die Zahl der Unternehmensinsolvenzen stark steigen lassen. Creditreform erwartet einen Zuwachs der Unternehmenspleiten in Sachsen von bis zu 20 Prozent; das wären rund 2.200 betroffene Unternehmen.
Bereits 2008 hatte im Freistaat eine Trendumkehr bei den Unternehmensinsolvenzen eingesetzt. 1.860 sächsische Unternehmen mussten den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Das entsprach einem Anstieg von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2007: 1.820 Fälle).
Mit vermehrten Unternehmenszusammenbrüchen ist vor allem in Risikogruppen zu rechnen, die überproportional stark von der Wirtschafts- und Finanzkrise betroffen sind: Junge Unternehmen, Mittelständler mit wenig Eigenkapital und die vom Abschwung stark betroffenen Bereiche von Industrie und Transport- und Logistikwirtschaft sowie viele unternehmensnahe Dienstleistungsbereiche, Call Center und Zeitarbeitsagenturen.
Insolvenzen kosten viele Arbeitsplätze
Die Zahl der von der Insolvenz ihres Arbeitgebers betroffe-nen Beschäftigten wird sich nach Creditreform Schätzungen bei rund 22.000 Personen bewegen. Bei einer Großpleite im Freistaat könnte diese Zahl sogar noch höher liegen.
„2009 wird für die gesamte sächsische Wirtschaft ein schwieriges Rezessionsjahr werden. Steigende Forderungsausfälle und Liquiditätsengpässe dürften gerade bei Unternehmen mit dünnen Kapitalrücklagen das Aus beschleunigen. Falls die Durststrecke über die Jahresmitte hinaus andauert, kommt die Insolvenzspirale in der zweiten Jahreshälfte richtig in Gang." Thomas Schulz, Prokurist, Creditreform Dresden
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