Forderungsmanagement/Inkasso 2006/2007
Erfolgreiches Inkasso-Geschäft - Schwerpunktthemen Factoring und öffentliche Hand
Dresden, 23.08.2007 - Im Geschäftsjahr 2006 erzielte Creditreform im Forderungsmanagement einen Umsatz in Höhe von 175 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von knapp 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2005: 168 Millionen Euro). Creditreform wurde in 1,5 Millionen neuen Fällen von Gläubigern mit der Realisierung offener Forderungen beauftragt.
Crefo Factoring: Starkes Wachstum
Crefo Factoring, ein Unternehmen der Creditreform Gruppe, konnte das Geschäftsvolumen im vergangenen Jahr erneut erheblich steigern. Das Volumen der angekauften Forderungen lag 2006 bei 549 Millionen Euro und damit um 37,6 Prozent höher als 2005. Im Vergleich zu den fünf Millionen Euro Volumen angekaufter Forderungen im Jahr 1999 wird deutlich, wie rasant die Entwicklung von Crefo Factoring in den letzten Jahren verlaufen ist.
Grafik herunterladen: Creditreform Geschäftsentwicklung 2006, Crefo Factoring (458,00 kByte)
Mit den neugegründeten Gesellschaften in Erfurt, Freiburg, Leipzig und Stuttgart bieten inzwischen bundesweit 18 Crefo Factoring-Gesellschaften den mittelständischen Unternehmen in ihrer Region ihre Dienstleistungen an. Die zusätzliche Liquidität, die den Unternehmen durch den Verkauf offener Forderungen zufließt, können gerade junge Unternehmen in dynamischen Wachstumsprozessen gezielt nutzen.
Öffentliche Hand und Doppik: Der Schleier fällt
Die schrittweise Umstellung von der Kameralistik auf die doppelte Buchführung in Konten (Doppik) in den öffentlichen Haushalten bringt den Schleier zum Fallen, der den Blick auf die tatsächlichen kommunalen Vermögensverhältnisse bislang verhüllt hatte. Neben Rückstellungen für Pensionszahlungen oder Kosten für Abschreibungen werden dank Doppik auch Vermögenswerte wie die Außenstände erfasst.
In Anwendung des Gläubigerschutzgedankens auf die öffentliche Hand wird in diesem Zusammenhang auch der Einsatz eines betriebswirtschaftlich optimierten Forderungsmanagements durch Creditreform interessant, denn die Außenstände werden in vielen Kommunen bislang nicht effektiv genug bewertet und realisiert. Creditreform bietet Kommunen gleich mehrere Dienstleistungen an, die den Umgang mit offenen Forderungen in unterschiedlichen Situationen optimieren. Damit kann Creditreform als Partner der öffentlichen Hand einen wichtigen Beitrag zur Entlastung kommunaler Kassen leisten.
Effiziente Forderungsbewertung
Eine der Herausforderungen, die die Kommunen bei der Umstellung auf die Doppik meistern müssen, ist die Bewertung der Vermögensgegenstände und deren Ausweis unter den Aktiva in der Eröffnungsbilanz. Dazu zählen auch offene Forderungen, die nach dem strengen Niederstwertprinzip qualitativ bewertet und wertberichtigt werden müssen.
Dafür fehlen den Kommunen neben der Zeit vor allem verlässliche Bewertungsgrundlagen. Creditreform hat mit dem „Forderungsspiegel für Kommunen" ein Produkt entwickelt, das diese Wertberichtigung des Forderungsbestandes automatisiert durchführt. Die Bewertung basiert auf den Bonitätsinformationen zu Unternehmen und Privatpersonen, die von Creditreform erfasst und ausgewertet werden.
Im Ergebnis liefert der Forderungsspiegel den erforderlichen Wertansatz für den Forderungsbestand in der Eröffnungsbilanz. Das methodisch gleich bleibende Verfahren kann später auch für die Ermittlung des Wertansatzes von Forderungen für Jahresabschlüsse genutzt werden.
Consumer Vollstreckungsauskunft
Die steigende Überschuldung privater Haushalte erschwert es Kommunen immer mehr, offene Leistungsbescheide zu betreiben und zu vollstrecken. Gleichzeitig müssen Kommunen den Verwaltungsaufwand für die Vollstreckung offener Bescheide aus Kostengründen erfassen und so gering wie möglich halten. Daher gilt es, Zwangsvollstreckungsmaßnahmen zielgerichtet und ergebnisorientiert zu planen.
Das ermöglicht die Consumer Vollstreckungsauskunft, die inzwischen bei einer Vielzahl kommunaler Vollstreckungsstellen erfolgreich im Einsatz ist. Mit der vorgeschalteten Auskunft können Gemeinden die Vermögens- und Einkommensverhältnisse der Vollstreckungsschuldner - und damit die Realisierungsaussichten für ihre offenen Forderungen - überprüfen. Die Stadtkasse ist dadurch in der Lage, Zeit und Geld zielgerichtet in Erfolg versprechende Vollstreckungsfälle zu investieren.
Externes Inkasso entlastet
Steht die Höhe des offenen Forderungsbetrages in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum erforderlichen Aufwand für die Beitreibung, kann Creditreform die Kommune durch externes Inkasso unterstützen. Diese Hilfe im Inkasso für Kommunen ist nach den Gemeindeordnungen zulässig. Art und Umfang des Einsatzes hängen davon ab, ob es sich um zivilrechtliche oder öffentlich-rechtliche Forderungen handelt.
Im Bereich zivilrechtlicher Ansprüche unterscheidet sich die Inkasso-Tätigkeit nicht vom Forderungseinzug in der freien Wirtschaft. Die Mehrzahl der offenen Forderungen von Gemeinden ist allerdings öffentlich-rechtlicher Art. Hier darf Creditreform keinen hoheitlichen Zwang ausüben; Zwangsvollstreckungsmaßnahmen sind ausschließlich den Kommunen vorbehalten.
Creditreform kann die Kommune dennoch auch bei öffentlich-rechtlichen Forderungen unterstützen, und zwar als so genannter Verwaltungshelfer. So kann der Schuldner durch Creditreform noch einmal schriftlich und/oder telefonisch daran erinnert werden, den Leistungsbescheid zu begleichen. Auch zeitaufwändige Dienstleistungen wie Anschriftenermittlung, Langzeitüberwachung der Vermögensverhältnisse und die Weiterleitung überwiesener Gelder können von Creditreform erbracht werden.
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