Richtig kombiniert?
Frauen haben es manchmal schwerer als Männer. Zum Beispiel in Kleiderfragen! Während die Herren im klassischen Business vom grauen zum blauen und vom blauen zum grauen Anzug wechseln, stellt sich den Damen zusätzlich eine ganz besondere modische Herausforderung: Die Kombinationsmode.
Kombi wirkt, obwohl nicht für alle Dresscodes geeignet, oft einfach jünger und lässiger als ein durchgehendes Kostüm oder ein unifarbener Hosenanzug.
Während Herr sich also über die durchaus wichtige Frage der richtigen Krawatte oder eines Einstecktuchs zu Hemd und Anzug Gedanken macht, hat Frau sich auch noch in der Proportionslehre auszukennen. Der berühmte „Goldene Schnitt", zu dem es auch eine mathematische Formel gibt, gilt als das Nonplusultra der harmonischen Streckenproportion. Er definiert, dass eine Proportion vom Auge als harmonisch wahrgenommen wird, wenn die kürzere Strecke 71% der langen Strecke ausmacht. (Oder: 3,5 : 5)
Umgesetzt bedeutet das: Ein taillenkurzes Oberteil sieht mit einer langen weiten Marlene-Hose harmonisch und vollständig aus - nicht aber mit einem sehr kurzen Rock. Wenn Ihr Rock lang ist, darf das Oberteil kurz sein, wenn der Rock kurz ist, sollte das Oberteil etwas länger sein.
Das hat noch einen anderen Grund: Ihre Dezenz. Dezent wirken Sie immer dann, wenn Sie sich entscheiden, Beine ODER Dekolleté zu zeigen - nie beides! Und je kürzer der Rock, desto flacher sollten auch die Schuhe sein, dann jedenfalls, wenn Sie als Frau im Geschäftsleben ernst genommen werden wollen.
Spannung bringen Sie in die Erscheinung, wenn Sie weit mit schmal kombinieren - also die weite Hose zum schmalen Oberteil oder den Großraumpullover zur schmalen Jeans. Flächendeckend „Schlabberlook" zu tragen zeigt buchstäblich zu wenig Linie und wirkt unelegant.
Farblich kombiniert auch der Herr richtig, wenn seine Erscheinung zu etwa 60-70% aus Neutralfarben (Schwarz, Grau, Marine, alle Braun- und Beigetöne) und zu etwa 20-30% aus Basisfarben (Weiß als Hemd, alle Rot- und Grüntöne, mittlere und helle Blaunuancen) besteht. Also ist der Anzug neutralfarbig, das Oberteil darunter basisfarbig. Die soften Farben der Herrenhemdenpalette gehen natürlich immer, sofern sie Ihnen zu Gesicht stehen!
Akzentfarben (alle bunten und kräftigen Farben) sollten nicht mehr als etwa 10% Ihrer Gesamterscheinung ausmachen. Beim Herrn ist das oft die Krawatte, bei der Dame ein Tuch, ein Muster, ein anderes Element. Das gilt für den klassischen Kleidungsstil, den sie so gekonnt und sicher umsetzen. Noch ein Tipp zum Einstecktuch: Ein Gentleman trägt es nie aus dem identischen Stoff wie die Krawatte. Es kann und sollte aber eine Farbe aus der Krawatte wieder aufnehmen.
Ihre Katharina Starlay
Katharina Starlay, Jahrgang 1966, ist Unternehmensberaterin in Kleiderstilfragen und Designerin für Corporate Couture. Neu ist ihre eigene Business Couture Kollektion für reisende Geschäftsfrauen - stilvoll und vorstandssicher.
Die Modedesignerin arbeitete neun Jahre als Führungskraft in der Mode- und Kosmetikbranche. Sie berät Entscheider und Unternehmen in Image-Fragen und trainiert Serviceteams und Personen in allen Fragen rund um den modischen Auftritt im Business und die persönliche Wirkung im Öffentlichkeitskontakt. Außerdem entwirft und produziert Sie Firmenkleidung (Corporate Couture). 2008 gründete sie Stilclub.de, ein Onlineportal zur Beantwortung von Stilfragen in Lexikonform, in dem Sie als Besucher auch Fragen stellen können.