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Einhaltung der vereinbarten Zahlungsziele nach Risikoklassen - eine aktuelle ZaC-Auswertung

Consulting Services25. Juni 2008
Der Creditreform Bonitätsindex macht sehr zuverlässige Aussagen über die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Unternehmens. Das Ausfall- und Insolvenzrisiko eines Unternehmens ist gerade bei mittel- und langfristigen Geschäftsverbindungen von höchster Relevanz. So sind Leasinggeschäfte oder Kredite ohne eine vorherige Bonitätsprüfung kaum vorstellbar.

Häufig sind Geschäftskontakte aber auch kurzfristiger Natur. Denkt man beispielsweise an Handwerksbetriebe, ist vor allem die Frage entscheidend, ob der Kunde die gelieferte Ware oder die erbrachte Leistung pünktlich bezahlen wird.

Und: Mit welcher Zahlungsmentalität muss bei dieser Geschäftsverbindung gerechnet werden? Ist ein Inkasso- oder Mahnverfahren wahrscheinlich? Wie sollen Zahlungsziele und andere Anreize gesetzt werden, um pünktlich an sein Geld zu kommen?

In anderen Worten: Bei Kundenkontakten mit einem eher kurzfristigen Zeithorizont ist entscheidend, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Kunde die übermittelte Rechnung innerhalb der vereinbarten Zahlungsfrist begleichen wird.

Mitglieder und Kunden haben Fragen - ZaC liefert Antworten

Mit Fragen dieser Art wird Creditreform beinahe jeden Tag konfrontiert. Kunden und Creditreform Mitglieder brauchen gesicherte Antworten auf diese Fragen. Mittlerweile liegen im ZaC-Pool, dem Zahlungserfahrungspool von Creditreform, mehr als 70 Millionen auswertbare Zahlungsbelege zu rund 1,5 Millionen Debitoren vor. Mit diesem reichen Schatz an Zahlungserfahrungen konnte eine erste Auswertung des Zahlungsverhaltens von Unternehmen unterschiedlicher Risikoklassen vorgenommen werden - mit verblüffenden Resultaten.

Gute Zahlungsmoral auch bei hohem Risiko?

Gute Bonität ist nicht stets gleichbedeutend mit einer hervorragenden Zahlungsmoral. So kamen 2007 nur 61 Prozent der Unternehmen in der besten Risikoklasse (Bonitätsindex von 100 bis 149) ihren Zahlungsverpflichtungen pünktlich nach. In der zweitbesten Risikoklasse waren es bereits sieben von zehn (70,9 Prozent).

Eine Erklärung für den Unterschied zwischen Risikoklasse 1 und 2: Viele der Unternehmen in der allerbesten Risikoklasse sind international agierende Großunternehmen und Konzerne. Ihre Einkaufsmacht erlaubt es ihnen anscheinend, die Einhaltung der Zahlungsfristen nicht so genau zu nehmen. Allerdings sind in dieser Gruppe lediglich 0,7 Prozent der Zahlungsbelege mehr als 90 Tage überfällig. Also: Die Rechnungen werden in der Regel bezahlt. Es dauert bei einigen Schuldnern nur ein Weilchen.

Grafik 1: Zahlungsverhalten nach Risikoklassen (Anteile in %)

Zahlungsverhalten Grafik 1 06/2008

Zahlungsverhalten nach Risikoklassen (Anteile in %) - größeres Bild (72,00 kByte)


Ein zweites interessantes Ergebnis der ZaC-Auswertung: Ein relativ hoher Prozentsatz von Unternehmen aus der schlechtesten Risikoklasse (Bonitätsindex 600) scheint die Rechnungen durchaus pünktlich zu zahlen. Über die Hälfte der Betriebe (50,5 Prozent) kommt ihren Zahlungsverpflichtungen wie vereinbart nach. In der Risikoklasse 7 (Bonitätsindex 500) sind es nur unwesentlich weniger.

Dabei muss allerdings beachtet werden, dass der Anteil der pünktlichen Zahler in diesen Risikoklassen stark nach oben verzerrt ist. Der einfache Grund: Von Unternehmen mit schlechten Risiken wird zumeist Vorkasse oder Barzahlung verlangt. Ein Überschreiten des Zahlungsziels ist somit „naturgemäß" kaum möglich. Hinzu kommt, dass Unternehmen in höheren Risikoklassen ein selektives Zahlungsverhalten an den Tag legen. Das heißt, nur die Rechnungen wichtiger Lieferanten und Geschäftspartner werden weiterhin pünktlich beglichen. Vor diesem Hintergrund ist eine vorsichtige Interpretation der ausgewiesenen Zahlen angebracht.

Klarer sieht die Lage bei den deutlichen Zielüberschreitungen (mehr als 30 Tage) aus. Hier schnellen die Zahlungsausfallquoten bei höheren Risikoklassen steil nach oben - ein Beleg für die hohe Prognosekraft des Creditreform Bonitätsindex. Knapp jede fünfte Rechnung (19,2 Prozent) liegt in der Risikoklasse 7 mehr als einen Monat über der eigentlich eingeräumten Zahlungsfrist. Fast sieben Prozent der Schuldner lassen sich sogar mehr als 90 Tage Zeit. Ein endgültiger Ausfall ist in diesem Fall höchst wahrscheinlich.

Zahlungsverhalten verbessert sich in nur wenigen Risikoklassen

Im Jahresvergleich 2006 und 2007 zeigt sich, dass sich das Zahlungsverhalten in nur wenigen Risikoklassen wirklich verbessert hat. Ein deutliches Plus beim Anteil der pünktlichen Zahler ist lediglich für Unternehmen mit einem Bonitätsindex zwischen 150 und 200 zu vermelden (+ 5,16 Prozentpunkte). Keine Veränderungen gab es in dieser Hinsicht indes in der besten Risikoklasse.

Weniger pünktlich als im Vorjahr kommen dagegen Betriebe in der Risikoklasse 7 (Bonitätsindex 500) ihren Zahlungsverpflichtungen nach. Zudem nahm hier der Anteil der Spätzahler (30 Tage nach dem eigentlichen Zahlungsziel) sogar um 2,33 Prozentpunkte weiter zu. Mittlerweile findet sich in dieser Risikoklasse der höchste Anteil säumiger Schuldner.

Grafik 2: Veränderungen 2007 zu 2006 (Veränderungen in Prozentpunkten)

Zahlungsverhalten Grafik 2 06/2008

Veränderungen 2007 zu 2006 (Veränderungen in Prozentpunkten) - größeres Bild (58,00 kByte)


Grafik 3: Zahlungsverhalten nach Risikoklassen (feinere Untergliederung)

Zahlungsverhalten Grafik 3 06/2008

Zahlungsverhalten nach Risikoklassen (feinere Untergliederung) - größeres Bild (98,00 kByte)

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