Die Kunst, sich zu trennen
Nicht was Sie denken! Nein - die Rede ist von Ihrer Kleidung.
Ende März war es mal wieder soweit: Der Frühling ist da, wir fühlen, sehen, riechen ihn und sehnen den Sommer herbei.
Zeit, die Garderobe umzustellen. Sogar im Mondkalender steht für heute „Saisonkleidung weghängen". Also hole ich meinen Koffer vom Dachboden, in dem ich meine Sommersachen über den Winter aufbewahrt habe. Wozu das?
Wer nicht gerade einen riesigen Kleiderschrank hat, belastet sich mit Teilen, die er in der aktuellen Saison ohnehin nicht tragen kann. Man findet doch nichts, wenn der Kleiderschrank überfüllt ist! Außerdem - und das ist das Schöne - entdeckt man Schätze, die man ein halbes Jahr nicht gesehen hat! Denn zweimal im Jahr sollte man die Garderobe schon sichten.
Im September habe ich meine Sommersachen sauber und gewaschen, ohne aufwändiges Bügeln verstaut - und bringe sie erst jetzt, bei Saisonbeginn, zum Bügeln in die Reinigung. (Das ist der kleine Nachteil, wenn einem ein Hängeschrank für die Offsaison-Kleidung fehlt.)
Im Koffer sind auch ein paar Teile, von denen ich nicht ganz sicher war, ob ich Sie noch eine Saison behalten - oder mich von Ihnen trennen möchte. Wertige, schicke Kleidungsstücke behalte ich - auch wenn ich sie über ein Jahr nicht getragen habe! Denn manchmal fehlt nur die richtige Kombinationsidee.
Aussortieren sollte man aus zwei Gründen immer zur beginnenden Saison.
Erstens: Manche Stücke kann man wieder neu entdecken, wenn man sie mit neuen Sachen kombiniert und wieder in die aktive Garderobe integrieren kann.
Zweitens: Es macht keinen Sinn, Wintersachen im Frühling oder Sommersachen im Herbst wegzugeben oder zu verkaufen. Wer möchte schon Ware für eine Saison, die gerade vorbei ist?
Wenn alle Kleidungsstücke der beendeten Saison an die Seite gelegt sind (kaputte und beschädigte Sachen werden natürlich sofort entsorgt), beginnt die große Modenshow. Jedes Teil (wirklich jedes!) für die neue Saison wird anprobiert und auf die korrekte Größe, Passform und Linie überprüft. Dazu werden gleich die passenden Kombinationsteile probiert und - wer mag - gleich daneben gehängt. Das spart viele ratlose Momente vor dem Kleiderschrank…
Was Ihnen nicht steht (auch, wenn es passt und teuer war!), sollten Sie umgehend und kompromisslos ausrangieren. Bleiben darf nur, was Ihren besonderen Typ unterstreicht!
Mit wenigen Kleidungsstücken, die Ihnen „ein Kompliment machen" kommen Sie sehr viel weiter als mit vielen wunderschönen Sachen, die aber nichts für Sie tun.
Ihre Katharina Starlay
Katharina Starlay, Jahrgang 1966, ist Unternehmensberaterin in Kleiderstilfragen und Designerin für Corporate Couture. Neu ist ihre eigene Business Couture Kollektion für reisende Geschäftsfrauen - stilvoll und vorstandssicher.
Die Modedesignerin arbeitete neun Jahre als Führungskraft in der Mode- und Kosmetikbranche. Sie berät Entscheider und Unternehmen in Image-Fragen und trainiert Serviceteams und Personen in allen Fragen rund um den modischen Auftritt im Business und die persönliche Wirkung im Öffentlichkeitskontakt. Außerdem entwirft und produziert Sie Firmenkleidung (Corporate Couture). 2008 gründete sie Stilclub.de, ein Onlineportal zur Beantwortung von Stilfragen in Lexikonform, in dem Sie als Besucher auch Fragen stellen können.