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Insolvenzen in Europa, Jahr 2008/2009

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Creditreform Umfrage bei Exporteuren zeigt alarmierende Risikoentwicklungen im Auslandsgeschäft

Während Banken die unmittelbaren Folgen der Finanzkrise sofort zu spüren bekommen haben, sind Unternehmen davon zeitverzögert betroffen. Creditreform hat im Frühjahr 2009 mit einer Umfrage unter 360 exportorientierten Unternehmen die Einschätzungen und aktuellen Auslandserfahrungen der exportierenden Unternehmen erfasst. Fast jedes zweite Unternehmen davon ist seit über 25 Jahren im Ausland aktiv.

Die Ergebnisse sind alarmierend: Immerhin 41 Prozent der Befragten haben spürbare Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf ihr Auslandsgeschäft festgestellt. Nur neun Prozent der Unternehmen berichteten von keinen unmittelbaren Effekten. Dabei spiegeln sich die Folgen der Finanzkrise in vielen Indikatoren wider: Bei der Frage, in welchen Bereichen die negativen Auswirkungen besonders zu spüren sind, werden Auftragseingang (62,8 Prozent der Befragten) und Umsatzentwicklung (53,8 Prozent) zu allererst genannt. Im Zahlungsverhalten der Kunden zeigen sich für fast jeden Zweiten der befragten Exporteure (46,2 Prozent) die negativen Folgen der aktuellen Krise. Allerdings sieht die Lage bei den meisten befragten exportorientierten Unternehmen weniger dramatisch aus, als erwartet: Bei der Frage, ob es zuletzt eine Verschlechterung des Zahlungsverhaltens oder gar eine Liquiditätsverengung im Kundenunternehmen gab, antworteten 69,3 Prozent mit „nur gering". Allerdings sind immerhin knapp 15 Prozent „sehr stark" von verspäteten Rechungseingängen betroffen.

Inso in EU, 2008_2009 Abb7

Viele Unternehmen haben bereits auf die veränderte Situation reagiert. Gut drei Viertel (76,6 Prozent) der befragten Unternehmen holen vor Geschäftsabschluss Wirtschaftsauskünfte ein, um über Bonität, Finanzen, Struktur sowie das Umfeld des Kunden informiert zu sein. 66,2 Prozent der befragten Unternehmen gewähren ihren Geschäftspartnern keine Lieferantenkredite mehr oder nur in einer bestimmten Höhe (63,4 Prozent). Ein Viertel der Befragten setzt auf die ausschließliche Lieferung der Produkte an bekannte Kunden, die sich in der Vergangenheit als zuverlässig erwiesen haben. Neben dem notwendigen Kredit- und Forderungsmanagement der Exporteure übernimmt die Bundesregierung für Auslandsgeschäfte Exportkreditgarantien, die die Unternehmen vor dem Ausfall ihrer Auslandsforderungen schützt. Doch wo lauern die größten Gefahren?

Nach Einschätzung der befragten Unternehmen ist das Insolvenzrisiko in Osteuropa, im Baltikum sowie in Spanien und Italien höher als in Deutschland (siehe Grafik). In Österreich, den Benelux-Ländern und Skandinavien wird die Gefahr, dass ein Betrieb den Gang zum Insolvenzgericht antreten muss, dagegen als geringer eingestuft. Diese Bewertung korrespondiert mit den jeweiligen Insolvenzzahlen in den entsprechenden Ländern: Während die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Italien um 29 Prozent und in Spanien um 139 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, nahm die Zahl der Fälle in den Niederlanden ab und in Österreich nur leicht zu. Die positive Einschätzung Skandinaviens resultiert mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem guten Zahlungsverhalten in den nordischen Ländern.

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